Ski alpin Weltcup
Altmeister Strobl feiert Sieg in Lake Louise

Bei der ersten Weltcup-Abfahrt dieses Olympiawinters im kanadischen Lake Louise hat der österreichische Ski-Altmeister Fritz Strobl den Sieg geholt. Der US-Amerikaner Bode Miller kam unterdessen nur auf den 22. Platz.

Fritz Strobl konnte seine Klasse noch einmal aufblitzen lassen, die Schlagzeilen nach der ersten Weltcup-Abfahrt dieses Olympiawinters im kanadischen Lake Louise gehörten allerdings einmal mehr Bode Miller: Dem verbalen Rundumschlag gegen den Weltverband FIS und die Anti-Doping-Weltagentur Wada ließ der exzentrische Star der Szene den Absturz auf der Piste folgen. Beim Sieg des Österreichers Strobl, der erstmals seit seinem Olympiasieg in der Abfahrt 2002 in Salt Lake City wieder ein Rennen gewann, leistete sich Miller einen Fahrfehler nach dem anderen und kam als 22. mit fast eineinhalb Sekunden Rückstand ins Ziel.

Miller: "Habe nicht genug aufgepasst"

"Es ist immer derselbe Fehler: Ich habe mal wieder nicht genug aufgepasst", sagte Miller. Ebenso unvorsichtig wie auf der Strecke hatte sich der Doppel-Weltmeister und Gesamt-Weltcup-Sieger des vergangenen Winters bereits vor dem Rennen auf verbalem Parkett präsentiert. Miller bezeichnete die Regeln der FIS als "absolut geisteskrank" und nannte das Anti-Dopingprogramm der Wada "krank".

"Wenn man sich das ganze Dopingprogramm und einige Mittel auf der Dopingliste ansieht, könnte man zu der Einsicht gelangen, dass die Verantwortlichen - inklusive Dick Pound (Wada-Chef, Anm. d. Red.) - selbst auf Drogen sind", sagte er: "So wie das ganze Programm abläuft, das ist krank. Eine einzige Heuchelei."

Aamodt fährt auf Rang zwei

Auch für den 33 Jahre alten Strobl, der Kjetil-Andre Aamodt aus Norwegen in 1:40,96 Minuten um neun Hundertstelsekunden auf Rang zwei verwies, sah es zunächst nach einem verkorksten Tag aus. Er hatte seinen Ski-Anzug im Hotel vergessen, konnte aber in allerletzter Minute doch noch an den Start gehen. "Heute ist viel schief gelaufen - nur nicht das Skifahren", sagte er nach seinem ersten Weltcup-Sieg seit dem Triumph im Super-G von Garmisch im Januar 2002 erleichert.

Hinter Strobl und Aamodt fuhr überraschend Marco Büchel aus Liechtenstein als Dritter auf das Treppchen (1:41,11). Vierter wurde der Österreicher Hermann Maier, der Ende Oktober zum Weltcup-Auftakt in Sölden den Riesenslalom gewonnen hatte, ehe der alpine Ski-Zirkus eine fünfwöchige Pause einlegte. Maiers Landsmann Benjamin Raich, im vergangenen Winter Zweiter im Gesamt-Weltcup, kam mit der aufgrund des Schneemangels um knapp 300 Meter verkürzten Strecke überhaupt nicht zurecht und nicht einmal ins Ziel.

Stehle kommt nur auf Platz 52

Erwartungsgemäß schlecht lief es für die Starter des Deutschen Skiverbandes (DSV). Johannes Stehle (Obermaiselstein) hatte als 52. in 1:44,48 Minuten über dreieinhalb Sekunden Rückstand auf Strobl und verpasste die Punkte-Ränge ebenso deutlich wie Stephan Keppler (Ebing, 1:44,79) auf Rang 54.

Zuvor hatte bereits Felix Neureuther (Partenkirchen) nach einem enttäuschenden ersten Training und Platz 73 seine Pläne von einem Abfahrts-Debüt im Weltcup verworfen. "Das wird mir zuviel", erklärte der 21-Jährige, der am Sonntag im Super-G starten will.

© SID

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