Ski alpin Weltcup
Zweite Kugel für Maria Riesch

Ski-Rennläuferin Maria Riesch hat auch im Super-G die kleine Weltcup-Kristallkugel gewonnen. Im letzten Rennen ließ die Partenkirchenerin nichts anbrennen und fuhr auf Rang sechs.

Als der Tochter die zweite Kristallkugel nicht mehr zu nehmen war, ballte Vater Siegfried Riesch vor Freude kurz die Faust, Mutter Monika musste sich zur Beruhigung erst mal eine Zigarette anzünden. Maria Riesch strahlte derweil vor Erleichterung und Glück. Beim Finale des alpinen Winters im italienischen Bormio behielt die beste deutsche Ski-Rennläuferin die Nerven und sicherte sich nach dem Gewinn des Kombinations-Weltcups für den Gesamtsieg im Super-G auch noch ihre zweite kleine Kristall-Trophäe - die sogleich einen herzhaften Schmatz von der Partenkirchenerin abbekam.

48 Punkten Vorsprung auf Görgl

"Das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Ich freue mich riesig über die zweite Kugel, sie hat einen viel höheren Stellenwert als die erste", sagte eine überglückliche Maria Riesch, ehe sie bei der Siegerehrung übermütig Sekt verspritzte. Im finalen Super-G der Saison reichte der 23-Jährigen der sechste Rang, um die Weltcup-Trophäe mit 48 Punkten Vorsprung vor der knapp vor ihr auf Rang fünf platzierten Elisabeth Görgl (Österreich) zu gewinnen. Weg ist dagegen der Gesamtweltcup: Lindsey Vonn (USA) fuhr hinter Fabienne Suter aus der Schweiz auf Rang zwei und liegt vor den beiden letzten Rennen in Bormio mit 197 Punkte Vorsprung praktisch uneinholbar in Führung.

Für Wolfgang Maier, Alpin-Direktor des Deutschen Skiverbandes (DSV), war freilich der Gewinn der zwei kleinen Kristallkugel durch die deutsche Vorzeige-Athletin Grund genug zur Freude. "Das ist echt supergut. Das kam jetzt nicht wie der Blitz aus heiterem Himmel, war aber auch nicht unbedingt zu erwarten", sagte er. Danach stimmte der Alpin-Chef eine wahre Lobeshymne auf Riesch an: "Wenn die Maria so weitermacht, bleibt sie die Galionsfigur, ihr Stern wird noch viel heller strahlen." Heißt: Die deutsche Ski-Königin hat so viel Luft nach oben, dass sie künftig den Gesamtweltcup dominieren könnte.

"Es war ja so nicht zu erwarten"

Zunächst einmal gab sich Riesch allerdings mit dem zufrieden, was sie in dieser Saison schon erreicht hat. "Es war ja so nicht zu erwarten", behauptete sie. Es war die zweite volle Saison nach ihren zwei Kreuzbandrissen, aber auch die erste seit drei Jahren, auf die sie sich beschwerdefrei vorbereiten konnte. Zugleich trieben ihr die Trainer im vergangenen Sommer den leichten Hang zum Schlendrian aus, wie Maier erklärte: "Nach vielen Diskussionen hat sie kapiert, dass sie sich körperlich besser vorbereiten muss." Riesch selbst gab zu: "Jetzt weiß ich, warum ich im Sommer so hart trainiert habe."

Zwei Siege, weitere sechsmal auf dem Siegertreppchen, "das ist Extraklasse und zeigt, wie konstant die Maria auf einem hohem Niveau fahren kann", sagte Cheftrainer Mathias Berthold über die Leistungen von Riesch in diesem Winter. Und mehr ist möglich, behauptete Maier: "Im Riesenslalom und in der Abfahrt hat sie ihre Möglichkeiten nicht optimal ausgeschöpft in dieser Saison. Skitechnisch fehlt ihr auch noch ein bisschen was, und auch was die Lockerheit angeht. Aber das bekommen wir auch wieder hin." Und noch kann Maria Riesch bereits diesen Winter auch als Zweite im Gesamtweltcup beenden.

Zunächst einmal ist die Partenkirchenerin die erste deutsche Ski-Rennläuferin seit Hilde Gerg 2002, die wieder eine Weltcup-Kugel holte, und die erste seit Katja Seizinger 1998, die in einer Saison gleich deren zwei vom Finale mit nach Hause nehmen kann. Allerdings ging es beim Gewinn der Super-G-Trophäe nicht ganz ohne Zittern ab. Als Maria Riesch im Ziel war, reihte sie sich zunächst auf Rang vier ein - hätte die unmittelbar nach ihr gestartete Elisabeth Görgl das Rennen gewonnen, die Trophäe wäre weggewesen. "Die Fahrt war nicht perfekt, aber Hauptsache, es hat gereicht", sagte Riesch.

© SID

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