Ski alpin WM
Deutschland stürzt in Teamwertung auf letzten Rang

Zum Abschluss des alpinen Ski-Winters hat Weltmeister Deutschland im Teamwettbewerb mit 45 "Straf"-Punkten nur den letzten Rang belegt. Den Gesamtsieg sicherte sich Österreich (27) vor den USA (30) und Schweden (31).

Zum Abschluss einer insgesamt verkorksten Saison ist das deutsche Ski-Team auf dem Tiefpunkt angelangt: Weltmeister Deutschland hat den alpinen Ski-Winter mit dem achten und letzten Platz beim Teamwettbewerb im schwedischen Are beendet. Martina Ertl-Renz, Kathrin Hölzl, Annemarie Gerg, Andreas Ertl, Felix Neureuther und Alois Vogl lagen nach acht Einzelrennen in Super-G und Slalom mit 45 "Straf"-Punkten deutlich hinter Sieger Österreich (27). Die USA (30) und Schweden (31) komplettierten das Podium. Bei der WM-Premiere dieses Wettkampfes in Bormio im Februar 2005 hatte Deutschland noch sensationell Gold gewonnen.

"Das war eine richtig harte Saison für uns mit enttäuschenden Ergebnissen", sagte Alpinchef Walter Vogel. Martina Ertl-Renz fuhr mit Platz drei beim Super-G in Are als einzige deutsche Frau in diesem Winter aufs Podium, Alois Vogl hatte als Slalom-Dritter in Wengen das einzige Podest-Ergebnis der Herren eingefahren. Insgesamt kamen deutsche Rennläufer nur 19-mal unter die besten zehn. Im vergangenen Winter hatten Hilde Gerg und Co. noch 59 Top-Ten-Ränge erreicht, viermal standen sie ganz oben, weitere zehnmal auf dem "Stockerl".

Keine Olympia-Medaille 2006

Schon bei den Olympischen Spielen hatte das kleine deutsche Alpin-Team enttäuscht, erstmals seit 1984 holte der Deutsche Skiverband (DSV) keine Medaille. Die Durststrecke bei Großereignissen hält seit 36 Einzelrennen an. In der von Österreich dominierten Nationenwertung stürzte Deutschland auf Rang zehn ab - hinter Kroatien und Norwegen.

"Wir wussten, dass wir nach den Ausfällen von Hilde Gerg, Maria Riesch, Florian Eckert und Max Rauffer zurückstecken mussten", sagte Vogel, der bereits nach den Winterspielen angekündigt hatte, die neuen, seit 2003 entwickelten Konzepte und Strukturen auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Am Samstag hatte sich wenigstens Martina Ertl-Renz in ihrem 428. Weltcup- und dem letzten Einzelrennen als Neunte im Riesenslalom einen würdigen Abschied beschert. "Jetzt stehen erstmal ein paar Feste an", sagte die 32-Jährige, die dem Skisport eng verbunden bleiben will. Kathrin Hölzl fuhr beim 30. Weltcup-Sieg der Kroatin Janica Kostelic auf Rang 16.

Punkterekord für Kostelic

Beim Slalom-Sieg des Schweden Markus Larsson wurde Felix Neureuther guter Zwölfter. Der 21-Jährige ist als 49. auch bester Deutscher im Gesamtweltcup, hatte am Ende aber mit 143 Punkten unglaubliche 1 267 Zähler Rückstand auf den Ersten Benjamin Raich (Österreich). Martina Ertl-Renz (465) wurde 16., die große Kristallkugel holte Kostelic (1970) mit einem neuem Punkterekord.

"Das war eine schwere Saison für uns", sagte der scheidende Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier: "Aber wir haben einige gute junge Läuferinnen in der Hinterhand, von denen wir etwas erwarten dürfen. Dazu kommt noch Maria Riesch. In spätestens zwei Jahren sollten wir voll konkurrenzfähig sein."

Herren-Kollege Werner Margreiter sieht die nahe Zukunft nicht so positiv. In Neureuther und Vogl hat er nur zwei Klasse-Fahrer in seinem Team. "Es wird nicht leichter für uns. Im Speed-Bereich habe ich gar keinen", sagte er.

© SID

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