Ski alpin WM
Tschechin Zahrobska fährt zu Premieren-Gold

Sarka Zahrobska hat das erste alpine WM-Gold für die Tschechische Republik gewonnen. Bei der Ski-WM in Are verwies die Tschechin im Slalom die Österreicherin Marlies Schild und Anja Pärson aus Schweden auf die Plätze.

Die Tschechische Republik hat durch Sarka Zahrobska ihren Weg in die Annalen der Ski-Weltmeisterschaften gefunden. Im schwedischen Are gewann Zahrobska den WM-Slalom und damit zugleich die erste alpine Goldmedaille überhaupt für ihr Heimatland. Fünf Tage nach ihrem 22. Geburtstag siegte die WM-Dritte von Bormio 2005, die im Weltcup noch ohne Sieg ist, in 1:43,91 Minuten vor Marlies Schild aus Österreich (1:44,02) und Anja Pärson aus Schweden (1:44,07), die nach dreimal Gold ihre vierte Medaille in Are holte.

Bergmann-Schmuderer auf sechs

Der Deutsche Skiverband (DSV) blieb zum 46. Mal in Serie ohne Einzel-Medaille bei einem Großereignis, am dichtesten kam als gute Sechste Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) ans Siegertreppchen heran. "Ich hatte ein paar kleine Fehler, und die haben sich summiert. Der sechste Platz ist nicht so schlecht, aber bei einer WM leider nichts wert", sagte die 26-Jährige aus dem Bayerwald, der 0,74 Sekunden zum großen Coup fehlten.

Sarka Zahrobska, die vorab durchaus zu den Anwärterinnen auf Gold gehört hatte, war unterdessen von sich selbst überrascht. "Das ist ein super Gefühl. Vor dem Rennen habe ich schon mit dem Podest geliebäugelt, aber nicht mit dem ersten Platz gerechnet. Das ist eine große Überraschung für mich. Jetzt bin ich Weltmeisterin und glücklich."

Schlechte Piste für höhere Startnummern

Monika Bergmann-Schmuderer war als einzige Deutsche noch im zweiten Lauf mit dabei, ihre Chancen auf eine Medaille aber waren schon nach dem ersten Durchgang so gut wie dahin. Die Bayerwäldlerin war erst mit Startnummer 15 ins Rennen gegangen - ein großer Nachteil. Zwar lag sie auch bei "Halbzeit" auf Rang sechs, mehr aber war aufgrund der Bedingungen nicht drin: "Ich dachte, die Piste würde besser halten", sagte die Einzelkämpferin der DSV-Delegation.

Zu allem Überfluss hatte sich Bergmann-Schmuderer, seit dem Beginn der Saison auf eigene Kosten und eigene Faust unterwegs, am Donnerstag noch eine Knieverletzung zugezogen. Beim Aussteigen aus der Bindung verspürte sie plötzlich Schmerzen im linken Knie. "Beim Fahren ist das kein Problem", versicherte sie, "aber das Laufen ist der Horror". Nach einer ersten Diagnose hat sich den Innenmenikus verletzt, soll aber trotzdem am Sonntag noch im Teamwettbewerb an den Start gehen.

Gerg und Riesch mit frühem Aus

Der Rest des deutschen Teams bot ausschließlich eine Mischung aus Pleiten, Pech und Pannen. Annemarie Gerg, vorab nicht chancenlos im Kampf um eine Medaille, unterlief nach 20 Fahrsekunden ein erster Fehler, und ein paar Schwünge später fand sie sich neben der Piste wieder. Weil es ihre letzte WM-Teilnahme ist, war die Lenggrieserin entsprechend geknickt: "Ich wollte noch mal zeigen, was ich drauf habe. Das ist leider schief gegangen. Schade, aber jetzt ist es auch schon vorbei."

WM-Debütantin Susanne Riesch, jüngere Schwester von Maria Riesch, fiel ebenfalls schon im ersten Lauf aus - sie hielt sich gerade einmal 19 Fahrsekunden auf der Piste. Gar nicht an den Start gehen konnte Kathrin Hölzl. Die 22-Jährige hatte sich beim Einfahren bei einem Sturz eine Fraktur des Steißbeins zugezogen. "Es hat mich auf dem aggressiven Schnee ausgehoben, dann bin ich aufs Steißbein geknallt. Das ist eine blöde Verletzung", meinte Hölzl.

Die Bischofswiesenerin kam laut Mannschaftsarzt Ernst-Otto Münch sogar noch glimpflich davon. "Eine Operation ist nicht nötig. Bei optimalem Heilungsverlauf kann sie beim Weltcup-Finale starten." Dies findet vom 14. bis 18. März in Lenzerheide/Schweiz statt. Für den WM-Slalom aber durfte der DSV auch kurzfristig keine Läuferin mehr nachnominieren.

© SID

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