Skispringen International
Ammann gewinnt Holmenkollen-Skispringen

Simon Ammann hat das auf einen Durchgang verkürzte Holmenkollen-Skispringen gewonnen. Adam Malysz wurde vom Winde verweht, Martin Schmitt konnte sich über den fünften Platz freuen.

Das verkürzte Skispringen am Holmenkollen stand unter dem Motto "Vom Winde verweht". Bei extrem böigem Wind hat Weltmeister Simon Ammann den auf einen Durchgang verkürzten Wettbewerb gewonnen. Martin Schmitt ist als Fünfter zu seinem zweitbesten Saisonergebnis geflogen. Der Schweizer Ammann stand vor 20 000 Zuschauern in Oslo mit 118,5 Metern Bestweite und verwies den Österreicher Martin Koch (115,5 Meter) sowie den Finnen Matti Hautamäki (113) auf die nächsten Plätze. Schmitt landete bei 111 Metern und kam damit zum zweiten Mal innerhalb einer Woche nach seinem dritten Platz von Lahti unter die Weltbesten.

"Solche Bedingungen darf es einfach nicht geben"

"Naja, mein letzter Sprung hier war ganz okay, das Wind-Pech vom ersten Tag ist abgehakt. Aber solche schlechten Bedingungen, wie wir sie hier vorgefunden haben, darf es einfach nicht geben", kritisierte der vor Wochenfrist als Dritter in Lahti gefeierte Schmitt und lag damit mit der kompletten Weltelite auf einer Linie. Erst als der zuletzt überragende Pole Adam Malysz, von einer Seitenwind-Böe erfasst, wild rudernd bei 89 Metern notlanden musste, hatte die Jury ein Einsehen und brach die Farce ab.

"Ich bin wirklich sehr zufrieden, denn ich habe wenigstens keinen Sturz gebaut", meinte der sechsmalige Saisonsieger Malysz sarkastisch. Dessen fast 4 000 polnische Fans hatten angesichts der wilden Luftfahrt ihres Idols Angstschreie statt Jubel auf den Lippen. Als 54. musste Malysz das durch seinen 35. Weltcupsieg am Vortag erstmals im aktuellen Winter erkämpfte Gelbe Trikot gleich wieder an Anders Jacobsen abgeben.

Der Gewinner der Vierschanzentournee aus Norwegen schaffte zwar auch nur Rang sieben, führt aber vor den nun noch ausstehenden drei Skifliegen auf der weltgrößten Schanze in Planica/Slowenien (23. bis 25. März) mit 1 167 Punkten die Gesamtwertung vor Malysz (1 153) an. Schmitt (328) bleibt insgesamt 16.

Weltcup-Renndirektor Walter Hofer persönlich hatte in der zweistündigen Notrettungs-Aktion für die aufgeweichte und damit gefährliche Anlaufspur mitgewerkelt. "Im Wettkampf haben alle Springer eine reguläre und korrekte Spur vorgefunden. Der Abbruch erfolgte wegen des unberechenbaren Windes", erklärte Hofer.

Küttel wie ein "Hampelmann"

Zuvor aber war zum Beispiel Vizeweltmeister Harri Olli (Finnland) fast aus der Spur geraten, klagten auch andere Asse wie der am Samstag noch als Zweiter hinter Malysz gefeierte Schweizer Andreas Küttel, dass er sich wie ein "Hampelmann" vorgekommen sei.

Sonntags-Sieger Simon Ammann, der bei schwierigen Bedingungen einen vortrefflichen Versuch ablieferte, hielt sich angesichts seines glücklichen Abbruch-Sieges mit Kritik zwar zurück, meinte jedoch: "Diesmal war hier in Oslo einiges nicht in Ordnung."

Bundestrainer Peter Rohwein zeigte sich mit dem fünften Platz von Schmitt und auch Rang 16 durch den Wiesensteiger Christian Ulmer zufrieden. "Bei diesem Wind musste man ein wenig Glück haben und Courage beim Sprung."

© SID

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