Skispringen National
Späth will Ruf als ewiges Talent loswerden

Nach dem langersehnten ersten Triumph seiner Karriere in Hinterzarten war die Erleichterung bei Skispringer Georg Späth groß. Der Oberstdorfer will in dieser Saison endlich mit konstant guten Leistungen überzeugen.

Die ganz große Feier gab es nicht: Zwar war die Erleichterung bei den deutschen Skispringern riesig, aber Georg Späth blieb nach dem ersten Einzelsieg seit 933 Tagen auf dem Teppich. Am Tag nach dem langersehnten ersten Triumph seiner Karriere in Hinterzarten übte der lange Oberstdorfer schon wieder beim nächsten Sommer-Grand-Prix im italienischen Predazzo. Mit neuen Ski und neuem Trainer will Späth die deutschen Flieger nach drei verpatzten Wintern zu neuen Höhenflügen führen und seinen Ruf als ewiges Talent endlich loswerden.

"Es ist so ein gutes Gefühl, endlich mal ganz oben zu stehen. Und es ist eine besondere Ehre, das in Hinterzarten zu schaffen, denn vor 25 Jahren hat hier Peter Rohwein das erste Sommerspringen gewonnen", meinte Späth. Mehr noch als über diese Worte freute sich Bundestrainer Rohwein knapp zwei Jahre nach seinem Amtsantritt über den ersten Einzelsieg gegen die Weltelite unter seiner Führung. "Natürlich ist das eine Bestätigung, dass unser Weg richtig ist. Es ist für alle eine Befreiung", berichtete Co-Bundestrainer Henry Glass.

"Habe unglaublich Kondition gebolzt"

Am 17. Januar 2004 hatte Michael Uhrmann in Zakopane den letzten deutschen Weltcup-Einzelsieg gefeiert. Der letzte Triumph im Sommer-Grand-Prix am 31. August 2003 durch Maximilian Mechler in Innsbruck liegt gar noch weiter zurück. Dass nun ausgerechnet Späth und nicht der nach seinem Intercontinentalcup-Erfolg hochgelobte Martin Schmitt den Bann brach, überraschte nicht nur die Trainer. "Ich habe in letzter Zeit unglaublich Kondition gebolzt und hatte das Gefühl für das Springen komplett verloren. Vor einer Woche habe ich in Oberstdorf noch den Finaldurchgang verpasst", erzählte Späth: "Aber dann ging es plötzlich besser, ich habe endlich mal richtig angegriffen."

Genau das hatte Späth in der Vergangenheit gefehlt. Das 1,89 Meter lange Supertalent klopfte mit einem zweiten Platz 2004 in Willingen und drei dritten Rängen im Weltcup in den vergangenen Jahren nachdrücklich oben an, aber dann fehlte ihm für die Nachfolge von Siegertypen wie Sven Hannawald oder Martin Schmitt der letzte Biss.

Neuer Ski soll den Erfolg bringen

"Schorsch war oft zu lethargisch und ruhig. Wir hoffen aber, dass der Knoten jetzt endlich geplatzt ist", meint Glass über Späth. Der Liebhaber italienischer Küche springt jetzt einen anderen Ski und wird neuerdings im Stützpunkt im Allgäu vom Österreicher Falko Krismayr betreut.

Auch der nach dem ersten medaillenlosen Olympiawinter seit 14 Jahren in die Kritik geratene Rohwein hat die Zügel angezogen. "Erst kommt der Sport, dann das Verkaufen", gab der Bundestrainer als Devise aus.

Von den derzeit laufenden Verhandlungen des Deutschen Skiverbandes (DSV) über einen neuen Fernsehvertrag - der noch bis 2007 gültige Kontrakt mit RTL bringt vor allem dank der Skispringer über 15 Mill. Euro jährlich ein - sollen sich seine Springer nicht unter Erfolgsdruck setzen lassen. Auch der Sieg von Späth ist für Rohwein nur eine schöne Momentaufnahme: "Entscheidend ist, dass Schorsch und die Mannschaft im Winter vorn mitmischen."

© SID

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