Skispringen Weltcup
Ammann siegt in Engelberg, Schmitt wird Siebter

Weltcup-Spitzenreiter Simon Ammann aus der Schweiz hat in Engelberg seinen vierten Saisonsieg gefeiert. Die deutschen Skispringer verpassten den Sprung auf das Podest.

Mit einer Aufholjagd von Platz 28 auf Rang sieben hat Martin Schmitt die deutsche Bilanz gerettet, doch gefeiert wurde in Engelberg der Triumph von Lokalmatador Simon Ammann. Der Schweizer holte sich im rot-weißen Fahnenmeer bei der Tournee-Generalprobe den vierten Sieg im sechsten Skisprung-Weltcup der Saison und baute seine Führung im Gesamtweltcup aus. Im Schatten von "Kämpfer" Schmitt schaffte Michael Neumayer einen Tag nach seinem Qualifikationssieg immerhin Platz neun.

"Bin mit Wut im Bauch gesprungen"

"Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so weit nach vorn geht. Der erste Sprung war nicht gut, dann bin ich eben mit Wut im Bauch gesprungen", erklärte Schmitt nach seinem dritten Top-Ten-Platz in Serie. Nachdem der viermalige Weltmeister mit seinen 120 Meter im ersten Durchgang nur mühsam den Sprung ins Finale geschafft hatte, zeigte er mit den 134,5 Metern seine wahre Klasse. "Lieber ein sehr guter als zwei mittelmäßige Sprünge", meinte der 30-Jährige. Über 20 Minuten durfte Schmitt danach in der Box des Spitzenreiters in der Kälte zittern, ehe seine 235,1 Punkte übertroffen wurden.

Doppel-Olympiasieger Simon Ammann holte sich mit 275,4 Zählern die 30 000 Schweizer Franken Siegprämie und wurde mit einem Extrageläut von Schweizer Kuhglocken belohnt. Die Österreicher Wolfgang Loitzl (273,2) und Gregor Schlierenzauer (265,7) mussten einmal mehr die Überlegenheit des kleinen Tourneefavoriten anerkennen. "Es ist ein Traum, daheim in der Schweiz zu gewinnen. Natürlich will ich auch bei der Vierschanzentournee ganz oben stehen", erklärte Ammann.

"Jungs haben Moral bewiesen"

Bundestrainer Werner Schuster lobte die Leistung des Siegers, war aber auch von seiner Mannschaft begeistert: "Die Jungs haben Moral bewiesen. Martin braucht solche Erlebnisse und ist auf einer guten Welle unterwegs, Michael Neumayer hat sich zurückgemeldet."

Zwar reichte es nach Bestweiten in der Qualifikation und Probe nicht zum ersten deutschen Podestplatz der Saison, aber der Berchtesgadener war trotzdem zufrieden: "Das ist mein bestes Ergebnis in der Saison, damit kann man sich sehen lassen. Gut, dass es vor der Tournee aufwärts geht."

Uhrmann ist enttäuscht

Stephan Hocke (Oberhof), Team-Olympiasieger von 2002, schaffte nach seinem Vierfachsieg im Continentalcup auf Position 22 ein ordentliches Weltcup-Comeback. Bitter enttäuscht war Michael Uhrmann (Rastbüchl), der als 31. genauso das Finale verpasste wie die Talente Andreas Wank (Oberhof/46.) und Severin Freund (Rastbüchl/47.).

Am Sonntag (13.45 Uhr/live im ZDF) findet in Engelberg ein weiteres Weltcup-Skispringen statt. Michael Neumayer traut seinem Teamkollegen Martin Schmitt dann ein noch besseres Resultat zu: "Es wird nicht mehr lange dauern, dann springt der Martin aufs Podest." Es wird Zeit, denn der letzte Sieg von Schmitt liegt fast sieben Jahre zurück.

© SID

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