Team Germany Zweiter hinter BMW Oracle
Unfall überschattet German Sailing Grand Prix

Den Finaltag des zuvor so gelungenen German Sailing Grand Prix vor Kiel werden zehntausende Zuschauer so schnell nicht vergessen. Nach drei Bilderbuch-Renntagen mit den Testregatten dreier America's-Cup-Teams auf der Förde sorgte am Sonntag zunächst ein schwerer Unfall, dann die Aufgabe des Team Germany für ein getrübtes Finale.

HB KIEL. Vor allem der Unfall von Charles Nankin wirkte wie ein Schock. Der Mastmann der südafrikanischen Shosholoza ging im ersten Rennen des Tages über Bord, wurde dabei unglücklich unter den Rumpf der 25-Tonnen-Yacht gedrückt und vom Ruderblatt am Rücken getroffen.

Der 28-Jährige wurde in die Kieler Universitätsklinik gebracht, wo sich sein Zustand besserte. Nankin hat nicht wie befürchtet eine Nervenverletzungen mit Lähmungen erlitten, muss aber am Montag in Folge eines Lendenwirbelbruchs operiert werden. Weil das Rückenmark von der Fraktur nicht betroffen ist, kann Nankin mit vollständiger Genesung rechnen.

Für eine sportliche Hiobsbotschaft sorgte wenig später Team Germany: Im Matchrace-Duell gegen Larry Ellisons Team BMW Oracle Racing brachen an Bord der GER 72 erst das Vorstag und dann das Vorsegel. Der Schaden beendete den gefeierten Auftritt der ersten deutschen Mannschaft in der 155-jährigen Cup-Geschichte abrupt. „Dabei hatten wir noch Glück, dass der Mast nicht auch gebrochen ist“, sagte Doppel-Olympiasieger Jesper Bank. Der Steuermann sparte nicht mit Kritik an seiner Crew, wollte aber nicht ins Detail gehen: „Materialermüdung war nicht der Grund für den Bruch. Aber nichts bricht einfach so ohne Grund.“ Ein Handling-Fehler der Mannschaft könnte der Bruchserie vorausgegangen sein.

Trotz der Aufgabe konnte die 17-köpfige deutsche Crew mit 28 Punkten Platz zwei im Gesamtklassement hinter dem vorzeitigen Gesamtsieger BMW Oracle (65 Punkte) verteidigen, weil Shosholoza zum Zeitpunkt der Aufgabe schon zu weit zurück lag. Die Südafrikaner segelten mit ihrem sechs Jahre alten Boot und 25 Punkten wie erwartet auf Platz drei. Für die Fanscharen entlang der Förde war der deutsche Ausfall ein kräftiger Wermutstropfen zum Abschluss der mitreißend schönen Cupper-Schau.

Dennoch zogen Veranstalter, Segler und Publikum ein begeistertes Fazit der historischen Premiere. „Die Veranstaltung hat Maßstäbe gesetzt“, sagte Stargast Jochen Schümann, der ohne sein America's- Cup-Team nach Kiel gereist war. 5000 Zuschauer feierten bei der Siegerehrung alle Teams. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen übergab die Preise.

Die Chancen für weitere hochkarätige Events auf der Förde dürften nach dem Erfolg gestiegen sein. Skipper Bank erklärte: „Es war eine so tolle Kulisse hier in Kiel, dass wir den Cup beim nächsten Mal unbedingt hierher holen müssen.“ Gleichzeitig machten sich prominente Cup-Vertreter für eine Wiederholung des Spektakels in Deutschland stark. Ralph Dommermuth, Hauptsponsor und Alleininhaber des Team Germany, sagte: „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass diese Veranstaltung regelmäßig stattfindet."

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