Tennis ATP
Deutsches Quartett in Halle im Viertelfinale

Tommy Haas ist bei den Gerry Weber Open im westfälischen Halle Mischa Zverev, Benjamin Becker und Philipp Kohlschreiber ins Viertelfinale gefolgt. Dort trifft Haas nun auf Zverev.

Mit einem Rekordergebnis hat ein deutsches Quartett den dritten Tag der Gerry Weber Open für die Gastgeber in Rasen-Festspiele verwandelt. In Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber, Benjamin Becker und Mischa Zverev erreichte erstmals in der 16-jährigen Turniergeschichte ein Quartett des Gastgebers die Runde der letzten Acht beim Rasenturnier im westfälischen Halle.

Andreas Beck (Ravensburg), Philipp Petzschner (Bayreuth) und Nicolas Kiefer (Hannover) können die Zahl der Deutschen unter den letzten Acht am Donnerstag sogar noch auf sieben erhöhen.

Haas: "Ein Match auf höchstem Niveau"

Der gebürtige Hamburger Tommy Haas (Sarasota-USA) machte die bislang unerreichte Bestleistung am Abend mit einem 6:3, 7:6 (7: 3)-Sieg gegen den favorisierten Weltranglistenneunten Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/Nr. 4) perfekt und staunte über sich selbst. "Das war ein Match auf höchstem Niveau, in dem ich zeitweise mein allerbestes Tennis abrufen konnte", sagte der 31-Jährige nach dem Match.

Kohlschreiber benötigte zwei Sätze, um den an Nummer sechs gesetzten Dimitri Tursunow zu bezwingen. Der Augsburger besiegte den Russen, den er im Vorfeld als "unangenehmen Gegner ohne Schwächen" beschrieben hatte, mit 6:4, 7:6 (8:6). Im zweiten Durchgang überzeugte der 25-Jährige mit Kämpferqualitäten, als er den Satz nach einem 2:5-Rückstand noch gewann.

Youngster Zverev brachte den an Nummer fünf gesetzten Tomas Berdych mit seiner Nervenstärke förmlich zur Weißglut. Als der Zittersieg des 21-Jährigen nach dem 3:6, 6:2, 7:6 (10:8) feststand, zertrümmerte der Tscheche kurzerhand seinen Schläger am Netzpfosten. Nach der Niederlage und 47 vermeidbaren Fehlern war der 23-Jährige bedient.

Gegen den Halle-Sieger von 2007 war Zverev bereits vor einem Monat beim ATP-Masters in Rom ein knapper Drei-Satz-Sieg gelungen. Das stärkte Zverev im Tie-Break. "Ich wusste, dass er anfängt zu zittern", so der Hamburger. Doch auch der sonst so unbekümmerte Zverev kam ins Grübeln und vergab drei Matchbälle, bevor er nach 2:32 Stunden das Spiel beendete.

Richtig zufrieden war Zverev nach dem Match nur mit dem Ergebnis. "Vor allem am Netz habe ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt", erklärte der Serve-and-Volley-Spezialist. Auch mit seinem Aufschlag haderte er: "Zwischendurch dachte ich: Ich serviere schlechter als mein Bruder, und der ist zwölf."

Becker: Lob an Schüttler

Mit ihren Aufschlagspielen kämpften auch Benjamin Becker und der an Nummer acht gesetzte Rainer Schüttler (Korbach) in einem wahren Break-Festival. Nach dem 6:4, 2:6, 6:4-Erfolg im ersten Aufeinandertreffen auf der Tour zollte der 27-Jährige aus Orscholz seinem unterlegenen Freund Schüttler Respekt: "Ich habe wohl noch nie gegen jemanden gespielt, der so gut retourniert wie Rainer."

Nach dem Auftaktsieg gegen den Franzosen Marc Gicquel bleibt der Wimbledon-Halbfinalist Schüttler auch auf Rasen auf der Suche nach Konstanz, nachdem er zu Wochenbeginn nach seinem Erstrunden-Aus bei den French Open seinen Status als deutsche Nummer eins verlor. Auf Rang 32 liegt er nun hinter dem Weltranglisten-24. Kohlschreiber.

Becker, der seine Rückkehr in die Top 100 der Welt und sein erstes Viertelfinale seit Oktober nach dem mühsamen Umweg über die Challenger Tour genießt, zeigte Mitgefühl: "Rainer sucht halt noch nach seiner Form. Ich weiß, dass der Sieg für ihn auch wichtig gewesen wäre." Auf dem Platz allerdings zeigte Becker kein Erbarmen. Nach 1:34 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball mit einem Ass.

In der nächsten Runde muss sich Zverev nun im deutschen Duell mit Haas beweisen. Beckers nächster Gegner ist Petzschner oder Olivier Rochus (Belgien). Kohlschreiber bekommt es im Viertelfinale entweder mit Andreas Beck oder dem "lucky loser" Lukas Lacko (Slowakei) zu tun.

© SID

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