Tennis ATP
Ferrer für Greul eine Nummer zu groß

Simon Greul hat beim ATP-Turnier in Hamburg als letzter Deutscher die Segel streichen müssen. Der Stuttgarter musste sich im Viertelfinale David Ferrer 2:6, 3:6 geschlagen gegen.

Die Hoffnung der 5 000 Zuschauer wich sehr schnell der Ernüchterung und der Erkenntnis: David Ferrer ist für Simon Greul zu stark. Der letzte deutsche Tennisprofi bei den International German Open in Hamburg war bei seiner 2:6, 3:6-Viertelfinalniederlage gegen den ehemaligen Weltranglisten-Vierten aus Spanien chancenlos.

"Er hat einfach besser gespielt", sagte Greul nach dem Match, "es war trotzdem eine tolle Woche für mich, und das Publikum hat mich super unterstützt. Ich bin jetzt aber auch ein bisschen müde." Auch Davis-Cup-Teamchef Patrick Kühnen lobte den Schwaben: "Er hat hier sehr gut gespielt. Gegen einen Weltklassespieler wie Ferrer hatte er heute leider keine Chance."

Das bedeutendste deutsche Tennisturnier findet damit auch in diesem Jahr in der entscheidenden Phase ohne heimische Spieler statt. Tommy Haas war 1997 der letzte deutsche im Halbfinale am Rothenbaum. Ferrer trifft in der Vorschlussrunde auf den an zwei gesetzten Nikolai Dawydenko (Russland), zuvor spielen ab 14.00 Uhr Qualifikant Pablo Cuevas aus Uruguay und der an 13 gesetzte Franzose Paul-Henri Mathieu um den Einzug ins Finale am Sonntag um 15.00 Uhr.

Größter Erfolg seiner Karriere

Simon Greul hatte sich erst in der Nacht zum Freitag für sein erstes Viertelfinale bei einem ATP-Turnier qualifiziert. Um 23.46 Uhr verwandelte er den Matchball zum 7:5, 7:6 (9:7)-Erfolg über den Spanier Ivan Navarro. Dementsprechend kurz war seine Nacht nach dem größten Erfolg seiner Karriere, der ihm ein Preisgeld von 23 200 Euro und 90 Punkte in der Weltrangliste einbrachte. Damit wird er sich im neuen Ranking am Montag um etwa zehn Plätze etwa auf den 66 Rang verbessern.

"Ich freue mich riesig, dass ich am Rothenbaum überhaupt so weit gekommen bin, für uns deutsche Spieler ist das immer noch eines der bedeutendsten Turniere", sagte der 28-Jährige. Gegen Ferrer hatte er bereits Anfang Februar auf Hartplatz in Johannesburg gespielt und ebenfalls in zwei Sätzen verloren. "Auf Sand wird die Aufgabe noch ein Stück schwieriger", erwartete Greul vor dem Match: "Ich muss offensiv mein Spiel spielen und dann werden wir sehen, was dabei rauskommt."

Doch schon mit dem Break zum 1:3 im ersten Satz war klar, wohin die Richtung ging. Der an sechs gesetzte Spanier, der nach einer Reihe von Verletzungen langsam wieder an seine alte Form anknüpfen will, spielte insgesamt länger und druckvoller und konnte Greul auch aus der Bedrängnis heraus mit Kontern immer wieder überraschen. Nach 1:04 Stunden Spielzeit nutzte er seinen dritten Matchball und zog damit bereits in sein fünftes Halbfinale in dieser Saison ein.

© SID

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