Tennis ATP
Kein Haas-Start am Rothenbaum

Tommy Haas muss auf den geplanten Start am ATP-Mastersturnier in seiner Geburtsstadt Hamburg verzichten. Haas leidet immer noch unter den Schulterbeschwerden, die ihn schon in Rom zur Aufgabe zwangen.

Das ATP-Mastersturnier am Hamburger Rothenbaum findet ohne Tommy Haas statt. Der beste deutsche Tennisprofi muss wegen Problemen in der zweimal operierten Schulter auf den Start in der Hansestadt verzichten und ist bereits aus Rom wieder zurück in seine Wahlheimat Florida geflogen.

"Hamburg steht außer Frage - das geht gar nicht", sagte Haas am Donnerstag dem sid. Auch seine Teilnahme am Arag World Team Cup in Düsseldorf (20. bis 26. Mai) steht derzeit in den Sternen: "Ob ich dort spielen kann, weiß ich jetzt noch nicht. Das muss man in den nächsten Tagen sehen." Der rechte Arm habe irgendwie keine Power, meinte der Tennisprofi geknickt: "Ich habe das Gefühl, als würde alles nur in Zeitlupe gehen." Und dies ginge bei seiner Art zu spielen halt überhaupt nicht.

"Ich muss vorsichtiger sein"

Er spüre keinen richtigen Schmerz, sagte Haas weiter, er fühle sich müde, müde und schwer. Möglicherweise habe er beim Turnier in München auch die ein, zwei Tage zuviel gemacht im Training. Haas: "Ich hoffe, dass es mit ein bisschen Ruhe wieder geht. Nach zwei Operationen in der Schulter muss ich einfach vorsichtiger sein."

Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen wollte nicht zu schwarz sehen und hofft, dass Haas bis zum Arag World Team Cup fit ist. "Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass Tommy in Düsseldorf dabei ist", sagte Kühnen: "Ich habe nichts Gegenteiliges gehört."

In Rom hatte Haas am Dienstag sein Erstrundenmatch gegen den Tschechen Radek Stepanek beim Stand von 3:6, 2:3 aufgegeben. In dem Spiel wurde er intensiv von einem Physiotherapeuten behandelt. Nun soll der Physio in den nächsten beiden Tagen entscheiden, ob der Daviscupspieler eventuell zur weiteren Behandlung zu seinem Arzt nach New York fliegen muss.

Schon einen Tag nach dem Aus in Rom stand für den 29-Jährigen fest, dass er auf seine Teilnahme am wichtigsten deutschen Turnier verzichtet. Er wollte vor einer offiziellen Absage aber zunächst mit den Verantwortlichen des Deutschen Tennis Bundes (DTB) sprechen und seinen Arzt aufsuchen.

Hamburgs Turnierdirektor Walter Knapper hatte bis zum Schluss gehofft, dass eines seiner größten Zugpferde doch noch kommt - aber vergeblich. Schließlich kämpft der Rothenbaum in diesem Jahr mehr denn je ums Überleben, die ATP will das Turnier ja bekanntlich ab 2009 aus dem Kalender streichen. Für Sonntag war ein spektakulärer PR-Auftritt mit dem Weltranglisten-Elften Haas im Hamburger Hafen vorgesehen.

Insbesondere die schweren Bälle und der langsame Sandbelag in der europäischen Frühjahrssaison beanspruchen die Schulter extrem. "Ich habe schon beim Turnier in München erstmals diese Probleme gehabt", erklärte Haas. In der bayerischen Hauptstadt war er vor zehn Tagen unter Pfiffen der Zuschauer in der ersten Runde an Sebastien Grosjean gescheitert.

Haas musste sich im Dezember 2002 in New York einer Operation an der rechten Rotatoren-Manschette unterziehen, im Juli 2003 war noch eine Nach-OP nötig. Der gebürtige Hamburger verpasste die gesamte Saison 2003 und musste erstmals auf einen Start an der Alster verzichten.

Erst im Februar 2004 kehrte er auf die Tour zurück. Doch ist die operierte Schulter stets besonderen Belastungen ausgesetzt und braucht "Auszeiten". Spieler wie Michael Stich, Patrick Rafter und Goran Ivanisevic können ein Lied davon singen. Sie alle wurden trotz Operationen durch Schulterverletzungen schließlich zum Karriereende gezwungen.

© SID

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