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Kohlschreiber in Hamburg raus - Federer hat Mühe

Beim ATP-Mastersturnier in Hamburg ist Philipp Kohlschreiber in der zweiten Runde am Russen Igor Andrejew gescheitert. Zuvor hatte Roger Federer nur mit viel Mühe sein Auftaktmach gegen Juan Monaco gewonnen.

Philipp Kohlschreiber ist beim ATP-Mastersturnier in Hamburg in der zweiten Runde ausgeschieden. Der Augsburger unterlag in einer spannenden Partie dem Russen Igor Andrejew mit 7:6 (7:3), 1:6, 4:6. Damit verpasste der Schwabe ein Achtelfinalspiel gegen den spanischen Sandplatzkönig Rafael Nadal. Dennoch wurde der junge Deutsche nach seiner couragierten Leistung von den Fans mit viel Beifall verabschiedet.

9:1 lautete die Erfolgsbilanz von Kohlschreiber zuletzt auf Sand, in einer hart umkämpften Partie ging diese Serie aber nach 2:15 Stunden Spielzeit zu Ende. Richtig enttäuscht war der Turniersieger von München aber nicht, dafür war das Match und auch seine Leistung zu gut. "Es war ein hochklassiges Spiel", sagte der 23-Jährige, "wir haben beide sehr druckvoll gespielt. Er hat aber am Ende die besseren Punkte gemacht und deshalb verdient gewonnen."

Beide Spieler schenkten sich in der Tat vor rund 10 000 teilweise begeisterten Zuschauern nichts. Mutig suchten sie immer wieder ihre Chance zu direkten Punkten. Nur im zweiten Satz ließ"Kohle" etwas nach - "da war ich in einem Loch". Im entscheidenden Durchgang aber war die Partie wieder völlig ausgeglichen, auch Kohlschreiber hatte Breakchancen, konnte sie aber nicht nutzen. "Ich habe heute die ganz wichtigen Punkte nicht gemacht", sagte der Daviscupspieler, "zuletzt ist es in solchen Situationen oft für mich gut gegangen - heute eben nicht."

Kohlschreiber ist damit als fünfter von sechs gestarteten deutschen Profis ausgeschieden. Nur der Bayreuther Florian Mayer hat noch die Chance, mit einem Erfolg gegen den Finnen Jarkko Nieminen in das Achtelfinale vorzustoßen. Die Partie war für den Abend angesetzt, wurde wegen der Regenverzögerungen auf den Außenplätzen aber auf den Donnerstag um zehn Uhr verschoben.

Federer kämpft sich in die dritte Runde

Zuvor lief es den rund 10 000 Zuschauern in Hamburg nicht nur wegen der empfindlichen Kühle in der Hansestadt eiskalt den Rücken herunter, als der Weltranglisten-Erste Roger Federer nur mit viel Mühe sein Auftaktmatch gewinnen konnte. Der 25 Jahre alte Schweizer setzte sich mit 6:3, 2:6, 6:4 gegen den argentinischen Qualifikanten Juan Monaco durch und stand dabei nach einer wenig überzeugenden Leistung kurz vor dem Ausscheiden. Federers Gegner in der dritten Runde ist entweder der Spanier Juan Carlos Ferrero oder Marat Safin aus Russland.

Sandplatzkönig Rafael Nadal feierte gegen seinen spanischen Landsmann Oscar Hernandez mit 7:5, 6:1 seinen 78. Erfolg auf der roten Asche in Folge, hatte aber im ersten Satz reichlich Mühe. Er trifft nun im Achtelfinale ausgerechnet auf Andrejew, der ihn im Viertelfinale des Turniers in Valencia im April 2005 als bislang letzter Spieler auf Sand bezwingen konnte.

Rothenbaum unter Wasser

Erstmals in diesem Jahr war am Mittwoch der berüchtigte kalte Regen an den Rothenbaum zurückgekehrt. Das Dach über dem Centre Court war erstmals geschlossen, und auf den Außenplätzen ruhte der Spielbetrieb für mehrere Stunden. Leidtragender des Schmuddelwetters war unter anderem der Bayreuther Mayer, der stundenlang keine Gewissheit hatte, ob er noch spielen würde.

Vor den Augen von Boxweltmeister Wladimir Klitschko fand der dreimalige Hamburg-Sieger Federer nur selten ein Mittel, um den Sandplatzspezialisten aus Buenos Aires in Verlegenheit zu bringen. 44 unerzwungene Fehler unterliefen dem Baseler bei nur 38 direkten Gewinnschlägen - für Federer eine außergewöhnlich schlechte Bilanz. "Es war ein schwer erkämpfter Sieg gegen einen harten Gegner", meinte der Sieger, "es war wichtig, dass ich immer voll konzentriert geblieben bin." Im entscheidenden Moment konnte er sich schließlich steigern und entschied die Partie, als ihm im dritten Satz das entscheidene Break zum 5:4 gelang.

Federer muss sich im Achtelfinale entweder gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero oder Marat Safin aus Russland auf jeden Fall steigern, um weiter vom vierten Hamburg-Titel träumen zu können. "Ich habe ja zuletzt mehr Zeit auf dem Trainingsplatz als in Matches zugebracht", meinte der 25-Jährige nach der für ihn ungewöhnlichen Misserfolgsserie von vier Turnieren ohne Titel: "Es ist wichtig für mich, wieder mehr Matchpraxis zu bekommen."

© SID

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