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Masters: Federer siegt in Hitchcock-Manier

In einem Tennis-Krimi hat Roger Federer beim Masters-Cup in Schanghai den Kroaten Ivan Ljubicic bezwungen und steht nach dem 33. Sieg in Serie im Halbfinale. Der Schweizer Weltranglistenerste siegte 6:3, 2:6, 7:6 (7:4).

Zum vierten Mal in Folge ist Titelverteidiger Roger Federer bei einem Masters-Cup ins Halbfinale eingezogen. Der Weltranglistenerste bezwang am zweiten Spieltag der Roten Gruppe in Schanghai in einem dramatischen Match Ivan Ljubicic 6:3, 2:6, 7:6 (7:4) und feierte damit seinen 33. Sieg in Folge.

Durch den anschließenden 7:5, 6:4-Erfolg von David Nalbandian gegen seinen argentinischen Landsmann Guillermo Coria war Federers Weiterkommen perfekt. Ljubicic und Nalbandian kämpfen am Donnerstag im direkten Duell um den zweiten Halbfinalplatz. Ljubicic war im Herbst mit 20:3 Siegen während der europäischen Hallensaison der beste Spieler und qualifizierte sich damit noch als Weltranglisten-Achter erstmals für einen Masters-Cup.

Federer im Tie-break nervenstark

Federer ließ sich von der Erfolgsserie des 26-Jährigen aber nicht beeindrucken, sondern gewann trotz eines stark bandagierten Knöchels auch sein zwölftes Spiel beim Saisonfinale der ATP in Folge. Nachdem er im dritten Satz zuvor drei Matchbälle nicht nutzen konnte, setzte er sich schließlich doch noch im Tie-break durch.

Den Verantwortlichen in Schanghai fiel ein Stein vom Herzen, dass ihnen der letzte Topstar der Veranstaltung erhalten blieb. Nach den Absagen von Lleyton Hewitt (Australien), Marat Safin (Russland), Andy Roddick (USA), Rafael Nadal (Spanien) und dem Rückzug von Andre Agassi (USA) ist das Saisonfinale der ATP-Tour, an dem normalerweise die besten Acht der Welt teilnehmen, sportlich abgewertet. Als dritten Ersatzspieler ließ die ATP mittlerweile den Weltranglisten-14. Thomas Johansson aus Schweden nach China einfliegen.

200 Mill. Dollar hat Schanghai in das futuristische Qi-Zhong-Stadion investiert und dafür das Turnier bis 2007 bekommen. "Wir fühlen uns, als hätten wir einen Mercedes gekauft, um dann festzustellen, dass 60 Prozent des Wagens nicht mehr aus Originalteilen besteht, für die wir bezahlt haben", sagte der stellvertetende Organisationsleiter Wan Liqun.

Stars nur auf Werbeplakaten präsent

Überall in der Millionenstadt hängen noch die großen Werbeplakate mit den Gesichtern der Stars, doch außer Federer spielen sie nicht. "Die Poster wirken nun umso peinlicher", hat die Tageszeitung Shanghai Daily festgestellt. Und auch die eigentlich geduldigen chinesichen fans werden sauer: "Ich kann meine Enttäuschung und Wut nicht in Worte fassen", sagte Nadal-Fan Yuan Yinging.

Turnierdirektor Brad Drewett hat mittlerweile gefordert, über eine Änderung der langen Saison nachzudenken. Das neue Tennisjahr beginnt schließlich bereits Anfang Januar wieder. "Wir müssen eine nachdrückliche Debatte führen, um die Verschleißerscheinungen bei den Spielern zu reduzieren", sagte Drewett, "die Spieler spielen viel härter als vor zehn, zwanzig Jahren."

© SID

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