Tennis Davis Cup
Optimismus bei Davis Cup-Teamchef Kühnen

Am Freitag will Deutschland bei Titelverteidiger Russland erstmals seit dem Triumph von 1993 wieder in das Endspiel des wichtigsten Tennis-Mannschaftswettbewerbs einziehen. "Ich bin optimistisch", sagt Teamchef Kühnen.

Bis auf den Verlust von Philipp Kohlschreibers Tasche ist bislang alles super gelaufen beim deutschen Davis-Cup-Team, das am Sonntagnachmittag in Moskau eingetroffen ist und am Wochenende mit einem Überraschungscoup gegen Gastgeber und Titelverteidiger Russland erstmals seit dem Triumph von 1993 wieder in das Endspiel des wichtigsten Tennis-Mannschaftswettbewerbs einziehen will.

Am Montagmorgen bat Teamchef Patrik Kühnen zum ersten Training in der Olympiahalle. "Die Stimmung ist gut, wir fühlen uns wohl", sagt Kühnen nach der ersten Trainingseinheit: "Die Spieler sind alle okay und gut drauf. Ich bin optimistisch."

Die Einzelspieler Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber bat er erst am Montagnachmittag auf den Platz, die erste Einheit in der Halle absolvierte er mit dem Doppel Alexander Waske und Philipp Petzschner, die sich mit den Trainingspartnern Florian Mayer und Matthias Bachinger einschlugen. "Der Sandplatz ist noch etwas weich, so wie im Viertelfinale in Belgien", erzählte Kühnen: "Aber ich rechne damit, dass er in den verbleibenden Tagen nachhärtet."

Befürchtungen, dass der rote Sand durch ständiges Nachwässern von den Gastgebern noch weicher und langsamer gemacht wird als er ohnehin schon ist, hat Kühnen nicht. So war es beim traumatischen Halbfinale von 1995 an gleicher Stelle, als Boris Becker und Michael Stich eine 2:0-Führung nach den ersten beiden Einzeln nicht nutzen konnten und Stich im letzten Einzel neun Matchbälle gegen Andrej Tschesnokow vergab. "Das war vor zwölf Jahren eine andere Zeit, und es waren andere Spieler", sagt Kühnen.

Waske und Debütant Petzschner bilden eigenständiges Doppel

Für Deutschlands Nummer eins Tommy Haas ist Sandplatz dennoch alles andere als sein stärkster Belag. Der 29-Jährige ist ohne Probleme in Moskau angekommen, die Schulter macht keine Sorgen, am Freitag bestritt er in Zürich sogar noch einen Schaukampf gegen Roger Federer. Dennoch sorgte Haas für Aufregung, weil er sich nach den US Open von Trainer Thomas Hogstedt trennte, der ihn seit Ende 2005 betreut hatte. "Mich hat diese Entscheidung etwas überrascht", sagte Kühnen: "Ich schätze Hogstedt als sehr, sehr guten Trainer."

Kohlschreiber, der im Mai das Turnier in München im Finale gegen Juschni gewonnen hatte, kommt mit Sandbelag schon besser klar als Haas. Waske und Debütant Petzschner als Ersatz für den verletzten Michael Kohlmann sollen am Samstag das Doppel bestreiten. "Wir sind in diesem Jahr gut mit der Entscheidung gefahren, ein eigenständiges Doppel zu haben", sagt Kühnen: "Wenn alles planmäßig läuft, werden sie spielen."

Planmäßig ist für Kühnen mindestens ein Punkt aus den Einzeln am Freitag. Dabei ist noch unklar, wen die Russen aufbieten. In Nikolaj Dawydenko, Michail Juschni, Igor Andrejew und Dimitri Tursunow haben sie so starke Spieler in ihren Reihen, dass sie es sich leisten können, auf den formschwachen Marat Safin zu verzichten. "Ich gehe davon aus, dass Dawydenko und Andrejew am Freitag (11.00 Uhr Mesz/live im DSF) die Einzel bestreiten", meint Kühnen.

Am Donnerstag um 11.00 Uhr Mesz wird sich in der Auslosung zeigen, ob Haas gegen die russische Nummer zwei beginnt oder ob Kohlschreiber das Auftaktmatch gegen den Weltranglisten-Vierten und US-Open-Halbfinalisten Dawydenko bestreiten muss. Das Doppel wird am Samstag um 13.00 Uhr Mesz (live im DSF) begonnen, die beiden abschließenden Einzel steigen am Sonntag ab 11.00 Uhr Mesz (live im DSF ab 13.30 Uhr).

© SID

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