Tennis National
DTB-Präsident geht auf Konfrontationskurs

In knapp drei Wochen stehen im Deutschen Tennis Bund die Präsidiumswahlen an. Vor den richtungsweisenden Entscheidungen ist der Haussegen aus den Fugen geraten, Sportwart und Präsident gehen auf Konfrontationskurs.

Im Deutschen Tennis Bund hängt knapp drei Wochen vor den richtungsweisenden Präsidiumswahlen der Haussegen schief. Sportwart Rolf Schmid, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Verfügung steht, nannte erstmals öffentlich die Gründe für seinen Abschied. Präsident Georg von Waldenfels, der sich seit einer Woche mit der Gegenkandidatur von Dirk Hordorff auseinander setzen muss, bezichtigte seinen langjährigen Wegbegleiter daraufhin empört der Lüge.

Unterschiedliche Ansichten über Aufgabenverteilung

"Unterschiedliche Ansichten über die Aufgaben des Sportwarts im internationalen und die des Präsidenten im nationalen Bereich" nennt Schmid als entscheidenden Grund für seine "nach reiflicher Überlegung" angekündigte Demission, die er dem Chef unlängst schriftlich mitteilte. So habe es ihm beispielsweise "sehr wehgetan, dass das Budget für die Deutschen Meisterschaften von Jahr zu Jahr weiter runtergekürzt wurde und ich im Präsidium keine Mehrheit fand, um es wieder aufzustocken". Erst das gemeinsame Votum der 18 Landesverbände habe schließlich bewirkt, dass das Präsidium einen Etat zur Verfügung stellte, der die Durchführung der deutschen Meisterschaften in Isernhagen auch in diesem Jahr garantiert.

Alles Unsinn, kontert Georg von Waldenfels, sichtlich empört über die seiner Meinung nach mangelnde Loyalität seines noch bis zum 12. November amtierenden Vizepräsidenten. Eigentlich, so der Präsident weiter, wolle er sich gar nicht öffentlich zu den Anwürfen äußern, doch am Ende bricht sich die Enttäuschung über den Vertrauensbruch Bahn: "Ich halte es für ganz schlechten Stil, dass sich Herr Schmid jetzt auf einmal in dieser Form auseinander setzen will." Dass die alljährlich aufs Neue gefährdeten deutschen Meisterschaften stattfinden, sei eindeutig "ein gemeinsam getroffener Beschluss von Präsidium und Landesverbänden" gewesen.

Auch die Aussagen Schmids zur Sichtung seiner möglichen Nachfolger bezeichnet von Waldenfels schlicht als falsch. Der Sportwart hatte mit "einiger Verwunderung" zur Kenntnis genommen, dass sich das Präsidium "im Alleingang" bereits für Gerhard Waldhausen, den Präsidenten des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, entschieden hatte, der aber aus privaten Gründen absagte.

Die Sportwarte der 18 Landesverbände, zu denen auch Schmid als Vertreter Württembergs gehört, machten daraufhin einen eigenen Vorschlag, der mit einem weiteren nicht abgesprochenen Namen gekontert worden sei. Ulrich Klaus, der Präsident des rheinland-pfälzischen Verbandes, ist offenbar derzeit der Wunschkandidat des Präsidiums, auch einige andere Namen werden mehr oder weniger öffentlich gehandelt.

Von Waldenfels weist Vorwürfe zurück

Georg von Waldenfels weist die Vorwürfe empört zurück. "Rolf Schmid weiß genauso gut wie ich, dass viele Dinge von ihm völlig falsch dargestellt sind", sagt der Präsident. Schmid fühlt sich ungeachtet aller Dissonanzen weiterhin dem Deutschen Tennis Bund verpflichtet: "Ich hätte mir zwar einen anderen Verlauf der Dinge gewünscht, aber egal, wer letztlich Sportwart wird, bin ich gerne bereit, ihm mit Rat und Tat zur Seite zu stehen." Auch die eigene Laufbahn beim DTB hat er noch nicht ganz abgehakt: "Wenn mich jemand ruft, der auf meine Erfahrung und meine Mitarbeit Wert legt, bin ich gerne wieder dabei."

© SID

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