Tennis National
DTB-Wahlkampf entwickelt sich zur Schlammschlacht

Gereizt hat Georg von Waldenfels auf das Konzept seines Herausforderers Dirk Hordorff reagiert. Hordorff, der Waldenfels als Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ablösen will, sei "nicht teamfähig".

Innerhalb des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) ist der Kampf um die Führung des Verbandes in voller Härte entbrannt. Nachdem Herausforderer Dirk Hordorff den Präsidenten der 18. Landesverbände sein Konzept zugestellt hat, antwortete Amtsinhaber Georg von Waldenfels prompt mit einem Schreiben, in dem er Hordorff vorwirft, "nicht teamfähig" zu sein und sich "nicht in Mannschaften einordnen zu können.""Ich werde alles tun, damit ein Mann wie Dirk Hordorff nicht an die Spitze des DTB kommt", heißt es in dem Waldenfels-Brief an die Landesverbände.

Ein positives Image, eine komplett überarbeitete Struktur und die Erschließung neuer Gelder durch ein komplettes Revirement des Markenartikels Tennis in Deutschland hatte Hordorff als Kernpunkte seines Konzepts genannt. Am 12. November müssen die Präsidenten der 18 Landesverbände in Bremen darüber entscheiden, ob sie Hordorff und seinen Ideen das Vertrauen schenken oder den seit 1999 amtierenden Präsidenten Georg von Waldenfels für drei weitere Jahre im Amt bestätigen.

Von Waldenfels kontert scharf

Der Amtsinhaber aus München hat auf die unerwartete Herausforderung nun mit Schärfe reagiert. Hordorffs finanzielle Ausführungen seinen "haarsträubend", teilte der Bayer mit: "Hätte Herr Hordorff in den letzten Jahren das Sagen gehabt, wäre der DTB wohl in Konkurs gegangen." Außerdem bezichtigt der ehemalige bayrische Finanzminister seinen Gegenspieler der Lüge: "Herr Hordorff sagt die Unwahrheit, wenn er erklärt, sich erst jetzt zu einer Kandidatur entschlossen zu haben."

Hordorffs Konzept ist in vier Teilbereiche gegliedert: Öffentlichkeitsarbeit des DTB, Sport im DTB, Organisation des DTB und Finanzen DTB. Im ersten Punkt geht es um die eigene Darstellung und die öffentliche Wahrnehmung des DTB. Der DTB, so heißt es da, dürfe sich nicht nur mit sich selber beschäftigen, sondern müsse sich neuen Zielgruppen öffnen, "um Tennis in Deutschland wieder ein positives Image zu geben".

Um das zu erreichen, will Hordorff "die Zusammenarbeit mit früheren Spitzenspielern aller Generationen und deren Einbindung in die Arbeit des DTB" suchen. Zudem will der 49 Jahre alte Unternehmensberater und Immobilien-Kaufmann aus Bad Homburg den DTB als aktives Mitglied im deutschen Sport etablieren.

Der zweite Punkt beschäftigt sich mit dem Bereich Sport. Im Spitzensport-Bereich, so Hordorff, könne man einen Aufbruch nur über den Teamgedanken glaubhaft vermitteln: "Unsere Topspieler sind keine Aushängeschilder, obwohl sie hervorragende Leistungen bringen. " Ein "Sportwart Spitzensport" soll sich nach Hordorffs Vorstellungen im DTB-Präsidium ausschließlich mit dieser Thematik beschäftigen, in "mindestens vier regionalen" sowie einem zentralen Stützpunkt sollen die besten Spieler und Spielerinnen des Landes so oft wie möglich miteinander trainieren und sich aneinander messen.

Viergeteiltes Konzept

Ein weiteres Präsidiumsmitglied soll sich in Hordorffs Konzept um das nationale Tennis kümmern. Im Bereich Jugendtennis sei eine effektivere Zusammenarbeit zwischen dem DTB und seinen Landesverbänden notwendig. Im Punkt drei seines Konzepts, der sich mit der Organisation des DTB beschäftigt, kündigt Hordorff an, die "Zusammenarbeit zwischen DTB und den Landesverbänden auf eine neue Grundlage" zu stellen. Ähnlich wie in der Politik bedürfe es "einer klaren Kompetenzteilung".

Auch im Hauptamt müsse "ein neuer Führungsstil und neue Kompetenz in der Führung einen Umschwung einleiten", nachdem die vergangenen Jahre "von Misserfolgen geprägt" gewesen seien. Einen bezahlten Präsidenten lehnt Hordorff auch für die Zukunft ab: "Wir sollten von Personen unabhängige Strukturen schaffen. Wer ins DTB-Präsidium will, bewirbt sich für ein Ehrenamt."

Zum Thema Finanzen hat Hordorff ebenfalls klare Vorstellungen zu Papier gebracht. Zwar werde der DTB selbstverständlich den Grundsatz befolgen "nicht mehr Geld auszugeben als er hat", dennoch ließen "große Chancen in der Vermarktung und in der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft erhebliche Handlungsspielräume möglich werden". Diese wären dann "vornehmlich in der Nachwuchsarbeit, in der Spitzenförderung und in überregionale Aktivitäten zur Werbung für den Tennissport einzusetzen, also als Investitionen für die Zukunft".

© SID

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