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Waske: "Glaube nicht, dass so was möglich ist"

Davis-Cup-Spieler Alexander Waske äußert sich im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) zu dem Verdacht, Mannschaftskollege Tommy Haas sei beim Halbfinale gegen Russland in Moskau vergiftet worden.

Davis-Cup-Spieler Alexander Waske kann sich nicht vorstellen, dass Tommy Haas in der Halbfinal-Begegnung der Deutschen in Moskau vergiftet worden ist. Im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) erklärt der Doppelspezialist, wieso er Haas und Teamchef Patrik Kühnen trotzdem von dem Gerücht erzählt hat, das ihm ein russischer Informant gesteckt hatte.

sid: "Sie sind in diesen Tagen in aller Munde. Haben Sie eine solche Lawine erwartet, nachdem bekannt geworden ist, dass Tommy Haas beim Davis-Cup-Halbfinale in Moskau möglicherweise vergiftet worden ist?"

Alexander Waske: "Nein, vor allem habe ich nicht erwartet, dass auf einmal alle denken, ich wäre mit dieser Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen. Ich habe lediglich Tommy und später dann auch Patrik Kühnen angerufen und ihnen gesagt, dass ich dieses Gerücht gehört habe."

sid: "Warum haben Sie es nicht einfach für sich behalten?"

Waske: "Weil Tommy seit Moskau irgendwie nicht mehr richtig auf die Beine gekommen ist. Er ist mein Freund, ich wollte ihm zumindest sagen, dass so eine Möglichkeit vielleicht besteht, damit er sich nochmal vor diesem Hintergrund gründlich durchchecken lässt."

sid: "Erzählen Sie die Geschichte doch noch einmal aus Ihrer Sicht."

Waske: "Vor einer Woche habe ich einen Russen getroffen, der im Sport mit vielen Athleten und Vereinen arbeitet, nicht nur im Tennis. Mit dem habe ich mich länger über den Davis Cup unterhalten. Wir haben unter anderem über meine Verletzung gesprochen und darüber, dass es ein großer Kampf war."

sid: "Und wie kamen Sie dann auf das Thema Haas?"

Waske: "Nach ein paar Minuten sagte er so ganz beiläufig: Und es ist ja auch bitter, dass Tommy vergiftet wurde. Ich sage: Wieso vergiftet, er hatte doch eine Magen-Darm-Grippe. Nein, sagt er, Tommy wurde vergiftet. Und ich: Das ist doch sicher nur ein Gerücht, das du irgendwo aufgeschnappt hast. Er wieder: Nein, das ist kein Gerücht. Ich war in Moskau, und dort hat man mir erzählt, dass man Tommy vergiftet hat. Aber wie soll denn das passiert sein, frage ich. Wir haben im Hotel ein Buffet gehabt, wo wir uns alle aus den gleichen Töpfen und Schüsseln das Essen genommen haben. Ich habe ihn dann auch noch gefragt, wieso er so sicher sei, und er hat geantwortet: Alex, es gibt immer Mittel und Wege. Wenn die etwas wollen, dann bekommen sie es auch."

sid: "Und von diesem Gespräch haben Sie dann Tommy Haas und Patrik Kühnen erzählt?"

Waske: "Ja, ich habe es ihnen praktisch wortwörtlich wiedergegeben. Ich kann nur sagen, ich lüge nicht. So ist es gelaufen und nicht anders. Ich habe mich nicht auf den Rathausplatz gestellt und ins Megaphon gebrüllt: Hört mal alle her, die Russen haben den Tommy vergiftet. Das ist nicht mein Ding, zumal ich selber gar nicht glaube, dass so was im Sport möglich ist."

sid: "Warum sagen Sie nicht einfach, wer Ihr Informant war?"

Waske: "Weil ich nichts beweisen kann. Das behalte ich jetzt wirklich für mich."

sid: "Haben Sie der russischen Mannschaft noch etwas zu sagen?"

Waske: "Ich wünsche ihr für das Finale in den USA viel Glück und alles Gute."

© SID

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