Tennis US-Open
Kohlschreiber folgt Haas in Runde drei

Philipp Kohlschreiber hat bei den US Open den Einzug in die dritte Runde perfekt gemacht. In seinem Zweitrunden-Match setzte sich der Augsburger in vier Sätzen gegen den an elf gesetzten Russen Michail Juschni durch.

Nach Tommy Haas ist auch Philipp Kohlschreiber bei den US Open in die dritte Runde eingezogen. In New York gewann der Augsburger sein Zweitrunden-Match gegen den an Position elf gesetzten Russen Michail Juschni in vier Sätzen mit 3:6, 6:4, 6:3 und 6:3. Von den insgesamt 19 gestarteten deutschen Tennisprofis stehen damit in Kohlschreiber und Haas nur zwei in der dritten Runde.



Dort trifft Kohlschreiber nun erstmals in seiner Karriere auf Carlos Moya. Der Spanier hatte sich in der zweiten Runde gegen Juschnis Landsmann Igor Kunitsyn in drei Sätzen mit 6:4, 6:4 und 7:5 durchgesetzt.

"Das war ein super Match"

Auch noch eineinhalb Stunden nach seiner beeindruckenden Vorstellung schien Kohlschreiber vor Stolz fast zu platzen. "Das war ein super Match von mir", lobte sich der Augsburger selbst - und zwar zu Recht. Mit dem souveränen Viersatzsieg gegen den Weltranglistenelften Juschni erreichte der 23-Jährige bei den 127. US Open erst zum dritten Mal in seiner Karriere die dritte Runde bei einem Grand-Slam-Turnier.

Mit dem am Ende unerwartet deutlichen Sieg gelang Kohlschreiber nicht nur ein Achtungserfolg gegen einen Top-Spieler der Tour - so ganz nebenbei setzte er vor dem Davis-Cup-Halbfinale vom 21. bis zum 23. September in Moskau eine willkommene Duftmarke gegen die Nummer zwei der Russen (hinter Nikolai Dawydenko). "Wenn ich gegen ihn spielen sollte, wäre das sicher ein kleiner Bonus", räumte er ein - zumal er in nunmehr drei Begegnungen mit seinem Freund und Trainingspartner nun auch schon dreimal gewonnen hat. Im Mai auch in München bei seinem ersten Turniersieg.

"Einiges drin" auch gegen Moya

Vorerst aber trifft Kohlschreiber bei seiner ersten Drittrundenbegegnung in New York auf Moya, der in der Weltrangliste als 17. etwas vor dem Deutschen (38.) steht. Und deshalb will der Augsburger auch erst mal "nicht weiter schauen" als bis zu diesem Spiel, "auch nicht auf den Davis Cup". Gegen den bereits 30 Jahre alten Moya sei nämlich "auch einiges drin", glaubt Kohlschreiber. Der Spanier habe einen guten Aufschlag, eine gute Vorhand, aber in Juschni habe er nun ja schon einen "sehr guten Hartplatzspieler geschlagen". Und dieser Sieg darf ihn durchaus selbstbewusst machen.

Zunächst diktierte Juschni das Grundlinien-Duell, doch im letzten Spiel des zweiten Satzes kippte das Match plötzlich: Der Russe gab nach eigenen und eher leichten Fehlern ohne Punktgewinn seinen Aufschlag zum Satzverlust ab. Im Anschluss daran verlor der Weltranglistenelfte zunehmend seine Sicherheit - und Kohlschreiber bewies fortan eine bemerkenswerte Abgeklärtheit in den entscheidenden Phasen: Zum 5:2 im dritten Satz verwandelte er ein 0:40 bei eigenem Aufschlag mit fünf Punkten hintereinander in den Spielgewinn. Danach rettete er sich noch zweimal aus einem 0:30 vor einem Break.

Kohlschreiber mit Köpfchen zum Erfolg

"Es hat mich sicher ausgezeichnet, dass ich in den wichtigen Situationen die wichtigen Punkte gemacht habe", sagte Kohlschreiber. Darüber hinaus spielte er viel mit Grips, nach dem knapp verlorenen ersten Satz brachte er Juschni mit Variantenreichtum zunehmend aus dem Rhythmus. "Ich habe versucht, variabel zu spielen, ihn zu beschäftigen, ihn zu Fehlern zu zwingen", berichtete der Deutsche. Der Plan ging nach 2:58 Stunden auf - auch wenn Kohlschreiber im Anschluss bekannte: "Das war ein hartes Stück Arbeit."

Womöglich ist Juschni auch so eine Art Schicksals-Gegner für Kohlschreiber. Im Mai in München trafen sie im Endspiel aufeinander - der Deutsche gewann dabei sein erstes Turnier auf der ATP-Tour und anschließend gemeinsam mit dem Russen auch das Doppel-Finale. Und in drei Wochen, davon ist fest auszugehen, werden sie sich in Moskau im Halbfinale des Davis Cup wieder über den Weg laufen - auf Asche, wie in München. "Bis jetzt", sagte Kohlschreiber angesichts seiner Bilanz gegen Juschni, "habe ich nichts falsch gemacht gegen ihn".

© SID

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