Tennis Wimbledon
Erster Höhepunkt auf Agassis Abschieds-Tournee

Am Samstag steht für Andre Agassi ein echter Höhepunkt seiner Abschieds-Tournee auf dem Programm. Der Ehemann von Steffi Graf trifft in der dritten Runde der 120. All England Championships auf Rafael Nadal.

Erst am Samstag steht Andre Agassi wieder auf dem Tennisplatz, um dort seine Abschieds-Tournee fortzusetzen. Am Donnerstagabend stand daher mit Gattin Steffi Graf und einem Bekannten erstmal ein entspannter Abend beim Edel-Italiener "San Lorenzo" in Wimbledons Hill Road auf dem Programm. Die Stimmung war gelöst und fröhlich. Agassi hatte am Freitag, vor dem ersten absoluten Höhepunkt bei diesen 120. All England Championships, die gleichzeitig seine letzten sind, schließlich einen freien Tag.

In der dritten Runde erwartet Rafael Nadal den Altmeister zum Duell der Generationen. Die große Vergangenheit des Tennissports gegen ihre Zukunft. Agassi kann also gar nichts mehr passieren - bei einer Niederlage wäre er gegen einen seiner legitimen Nachfolger ausgeschieden, bei einem Sieg hätte er es allen noch einmal gezeigt.

"Nadal ist ein unglaublicher Wettkämpfer, hat viel Selbstvertrauen und ist unglaublich fit", sagt der 36-Jährige über seinen 16 Jahre jüngeren Gegner. Einmal bereits haben sich die beiden gegenübergestanden. Im Herbst 2005 gewann der Spanier das Endspiel beim Masters in Montreal in drei Sätzen.

Kein Hinweis auf den Ausgang der Partie am Samstag meint Agassi. "Damals sprangen die Bälle unglaublich hoch ab, schrecklich, ich konnte sie kaum kontrollieren", erinnert sich der erfahrene Profi: "Das wird hier anders, ich denke schon, dass ich die Möglichkeit habe, meine Bälle von der Grundlinie zu verteilen."

Einfach so gehen will er jedenfalls nicht: "Ich genieße hier jedes Spiel und will so lange wie möglich bleiben." Der French-Open-Sieger stand am Donnerstag gegen den US-Qualifikanten Robert Kendrick kurz vor dem Aus, doch mit seiner ungeheuren Energie und Willenskraft biss sich der Weltranglisten-Zweite noch durch.

Nadals Probleme mit dem grünen Grund an der Church Road waren aber unübersehbar. Der Drall in seinen Schlägen verliert auf Gras an Wirkung, er selbst hat weniger Zeit, die Bälle zu nehmen. Dennoch hat der Junge aus Manacor das große Ziel, eines Tages Wimbledon zu gewinnen: "Ich will hier in den nächsten drei, vier Jahren etwas erreichen, ob das schon dieses Jahr gelingt, weiß ich nicht."

Auf die Begegnung mit Agassi freut er sich. "Super-Spiel für alle. Ich werde es genießen und mich gut darauf vorbereiten", sagt Nadal: "Ich weiß, dass ich mein bestes Tennis spielen muss, und das werde ich versuchen." Nadal weiß natürlich, dass das Publikum auf dem Centre Court, den Agassi 1992 als Turniersieger verließ, praktisch komplett hinter dem Amerikaner stehen wird, er hat aber keine Probleme damit: "Andre spielt hier das letzte Mal, ich verstehe das. Ich hoffe doch, dass ich hier noch oft spiele."

Die Zukunft mag ihm gehören, die Sympathien in der Gegenwart aber gehören Agassi - vor allem wegen der Vergangenheit. Der achtmalige Grand-Slam-Champion, der als einziger aktiver Spieler alle vier großen Turniere gewann, genießt die Ovationen. Er gibt Autogramme, lacht, hat freundliche Worte für jeden.

Agassi hat offenbar seinen Frieden mit seiner Entscheidung gemacht, die Karriere nach den US Open Anfang September zu beenden. Seine chronischen Rückenprobleme lassen eine längere Laufbahn nicht mehr zu. Einmal noch hat er sich mit einer Cortison-Kur für den Sommer in Form gebracht, deshalb auch auf die kräftezehrende Sandplatzsaison verzichtet. "Die Leute bitten mich, nicht zurückzutreten", sagt Agassi lachend: "Aber das sollen sie mal meiner Familie erzählen - und meinem Körper."

© SID

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