Tennis Wimbledon
Venus Williams wieder in ihrem Element

Immer, wenn Venus Williams nach Wimbledon zurückkehrt, sprüht die US-Amerikanerin nur so vor Selbstvertrauen. Auch vor ihrem ersten Match bei den 120. All England Championships ist die Titelverteidigerin siegessicher.

Venus Williams startet in London gegen ihre US-amerikanische Landsfrau Bethanie Mattek die Mission Titelverteidigung. Immer, wenn die amtierende Titelträgerin an die Church Road zurückkehrt, können die Fans in Wimbledon große Taten erwarten. "Wenn ich hierher komme, fühle ich mich immer wie eine Siegerin", erklärte Williams vor ihrem Start in die 120. All England Championships, der eigentlich für den heutigen Dienstag angesetzt war. Aufgrund des Regens kommt es beim dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres aber zu erheblichen Verzögerungen im Spielplan.

Letzter Turniersieg genau ein Jahr her

Der Rasen in Londons Südwesten scheint eine Art Jungbrunnen für die 26-Jährige zu sein, deren Körper die Folgen der jahrelangen Beanspruchung kaum noch verkraften kann. Kein Turnier konnte die ehemalige Weltranglistenerste schließlich mehr gewinnen, seit sie im letzten Jahr im längsten Wimbledon-Endspiel aller Zeiten gegen Lindsay Davenport ihren dritten Titel errang.

14 Matches hat sie in diesem Jahr nur auf vier Turnieren bestritten, zehnmal gewonnen, viermal verloren. Platz zwölf belegt sie in der aktuellen Weltrangliste, dennoch wurde sie von den Verantwortlichen des All England Clubs auf Rang sechs in der Setzliste platziert.

"Anderes Niveau" in Wimbledon

Ihre Erfolge der letzten Jahre sprechen schließlich für sich: Drei Titel und zwei Finalteilnahmen in den vergangenen sechs Jahren. "Das ist hier auf jeden Fall ein ganz besonders guter Belag für mich", sagt Williams, "es sieht so aus, als würde mein Spiel hier ein anderes Niveau erreichen."

Nach dem Viertelfinal-Aus bei den French Open gegen die Tschechin Nicole Vaidisova war sie zurück nach Florida geflogen, "die Batterien auftanken". Jetzt sei sie fit, sagt sie. Habe sich bereits seit Mittwoch auf den Rasenplätze in London vorbereitet. Und sie plant sogar einen besonderen Coup. Sie will im Mixed-Doppel antreten und den einzigen Wimbledon-Titel gewinnen, der in ihrer Sammlung noch fehlt.

Doch die körperliche Verfassung ist immer ein Fragezeichen. "Ich habe gelernt, meine Grenzen zu akzeptieren. Ich kann nicht so viel spielen und gesund bleiben", sagt sie. Nicht weniger als acht Turniere musste sie im Vorjahr wegen Knöchel- und Kniebeschwerden absagen. Eine Bauchmuskelverletzung ist chronisch. Ihr ungemein physisches Spiel seit frühester Kindheit fordert seinen Preis.

Rücktritt vorerst ausgeschlossen

Dazu kommen die zahlreichen privaten Interessen, die Zeit und Konzentration kosten. Venus schließt in diesem Jahr die Modeschule ab, hat ein Design-Unternehmen und lernt spanisch. Das "R-Wort" schwirrt deshalb immer um sie, selbst ihr Vater hat schon mal laut spekuliert: Rücktritt. Aber Venus Williams will davon überhaupt noch nichts wissen: "Ich habe noch nie vom Karriereende gesprochen. Schreibt uns Williams-Schwestern nie ab."

Schwester Serena allerdings ist in Wimbledon in diesem Jahr wegen ihrer andauernden Knieprobleme nicht am Start. Seit den Australian Open hat die 24-Jährige kein Match mehr bestritten. Beim Turnier in Cincinnati in der Woche nach Wimbledon ist ihr Comeback geplant. "Es ist schade, dass Serena nicht hier sein kann. Es ist so viel lustiger mit ihr", sagt Venus, "es wäre cool, wenn wir gemeinsam zurücktreten - aber im Moment ist das noch weit weg."

© SID

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