Tennis World Team Cup
Kohlschreiber bringt Deutschland in Führung

Philipp Kohlschreiber hat Deutschland beim Arag World Team Cup in Düsseldorf gegen Italien 1:0 in Führung gebracht. Nicolas Kiefer bestreitet Einzel zwei gegen Simone Bolelli.

Philipp Kohlschreiber hat am Dienstag auch sein zweites Einzel beim Arag World Team Cup im Düsseldorfer Rochusclub gewonnen. Im zweiten Gruppenspiel der Blauen Gruppe gegen Italien bezwang der Augsburger Potito Starace 6:2, 7:6 (7:5) und bescherte Deutschland damit die 1:0-Führung.

Kohlschreiber: "Haben Lust auf mehr"

"Nach dem Sieg gegen Spanien haben wir schon Lust auf mehr", sagte Kohlschreiber nach der Partie gegen Starace, den er als "einen ganz guten Sandplatzspieler" bezeichnete.

Gegen diesen zeigte Deutschlands Nummer eins vor allem im zweiten Satz eine bemerkenswerte Leistung, als er sich nach einem 1:5-Rückstand noch als Sieger ins Ziel rettete. "Ich wollte nach dem ersten Satz alles ganz besonders gut machen, habe dann aber viel zu viele Fehler gemacht", analysierte er später: "Als ich mich dann wieder auf meine Stärken besonnen und Punkt für Punkt ausgespielt habe, lief es ja auch gleich wieder besser."

Am Mittwoch (ab 13.00 Uhr) bestreitet Nicolas Kiefer das zweite Einzel gegen München-Finalist Simone Bolelli. "Kiwi", am Montag noch wegen eines grippalen Infekts zur Bettruhe verdonnert, trainierte am Dienstag wieder und saß bei Kohlschreibers Sieg auf der Tribüne. "Es geht ihm schon deutlich besser", berichtete "Kohli": "Es wäre schön, wenn er gegen Bolelli spielen könnte."

Überglücklicher Kas

Dass er wie ursprünglich geplant, gemeinsam mit Kiefer auch noch im Doppel zum Einsatz kommt, hält Kohlschreiber allerdings eher für unwahrscheinlich: "Wir haben ja ein Super-Doppel, ich glaube, Philipp Petzschner und Christopher Kas sind nach ihrer Leistung gegen Spanien gesetzt."

Petzschner und Debütant Kas hatten mit ihrem Erfolg gegen Feliciano Lopez und Marcel Granollers den deutschen Sieg gegen Spanien am Montagabend perfekt gemacht. Vor allem Kas hatte danach aus seiner großen Freude keinen Hehl gemacht: "Das ist sportlich gesehen sicher der schönste Tag in meinem Leben."

Kohlschreiber vermisst Euphorie

Kohlschreiber dagegen vermisste zumindest am Dienstag ein bisschen die Euphorie, die Länderkämpfe normalerweise innerhalb einer Mannschaft erzeugen können. "Sicher freue ich mich jetzt über meinen Sieg gegen Starace, aber die Entscheidung fällt halt erst einen Tag später", sagte er, wollte das neue Turnierformat im Rochusclub aber nicht kritisieren: "Ich finde es ganz okay so, aber ein kompletter Länderkampf an einem Tag ist halt etwas ganz Spezielles."

Boris Becker jedenfalls, der im Rochusclub 1989 und 1998 gewann, hält einen deutschen Turniersieg für durchaus möglich. `Mit einem gesunden Kohlschreiber und einem gesunden Kiefer ist das sehr gut möglich', sagte der dreimalige Wimbledonsieger am Dienstag. Gleichzeitig monierte Becker einmal mehr die aktuelle Situation im deutschen Tennis: "Dass da nicht mehr junge Leute nachkommen, das verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

"Kohli" möchte Internes nicht mehr öffentlich machen

"Etwas ganz Wichtiges hat Kohlschreiber in den vergangenen Wochen übrigens auch abseits des Platzes gelernt. "Ich habe kapiert, dass man interne Probleme nicht an die Öffentlichkeit tragen, sondern innerhalb der Mannschaft klären sollte", berichtete er in Düsseldorf.

Die sogenannte "Maulwurf-Affäre", den beim Davis-Cup-Viertelfinale in Bremen entstandenen und öffentlich ausgetragenen Zwist mit Alexander Waske, wollte er nicht mehr kommentieren. "Ich habe damals zu spontan reagiert und damit erst richtig Öl ins Feuer gegossen. Deshalb möchte ich da jetzt eigentlich nichts mehr zu sagen."



© SID

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