Tischtennis DM
Timo Boll geht bei DM auf Rekord-Jagd

Bei den deutschen Tischtennis-Meisterschaften am Wochenende in Hamburg kommt Timo Boll abermals die Favoritenrolle zu. Gewinnt Boll, steigt er in den Rang des Rekordmeisters auf.

Nach zweimonatiger verletzungsbedingter Wettkampfpause kann Timo Boll am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Hamburg mit Conny Freundorfer und Eberhard Schöler gleichziehen und zum deutschen Rekordmeister aufsteigen. Ärgster Widersacher ist sein erst 19 Jahre alter Vereinskollege Dimitrij Ovtcharov.

"Ich habe derzeit keine Wettkampfpraxis. Deswegen setze ich mich nicht unter Druck, sondern nutze Hamburg als ersten Härtetest. Wenn sich Dima in guter Form präsentiert, wird es sehr schwer für mich", sagte Boll, der in der Hansestadt nach seiner Knieverletzung erstmals seit Anfang Februar wieder zum Schläger greift. Zum Duell mit dem EM-Dritten Ovtcharov und damit zur Wiederholung des Vorjahresfinals kann es aufgrund der Setzliste erst im Endspiel kommen.

Boll verzichtet auf Doppel-Wettbewerb

Die Kniebeschwerden des Dreifach-Europameisters sind zwar kuriert, doch der achtmalige deutsche Meister zügelt sich noch und verzichtet bei der DM auf einen Einsatz im Doppel. Ein erneuter Rückfall wäre für den Düsseldorfer im Hinblick auf Olympia wohl fatal: "Nur wenn ich mein Trainings- und Turnierkonzept bis Peking konsequent verfolgen kann, ist bei den Spielen für mich noch alles drin."

Das Turnier in Hamburg sei ein guter Einstieg nach seiner im Konditionstrainingslager zum Jahreswechsel erlittenen Patellasehnenreizung. "Da geht es nicht gleich von 0 auf 100. Und ich habe nichts zu verlieren", sagte Boll, der seinen aktuellen Leistungsstand nur aufgrund des Trainings einschätzen kann.

Ovtcharov: "Der Favorit bin ich nicht"

Durch Bolls fehlende Matchpraxis kommt Jungstar Ovtcharov der Favoritenrolle ein ganzes Stück näher. Doch der gebürtige Ukrainer wiegelt ab: "Der Favorit bin ich nicht. Aber ich hatte in der letzten Zeit sehr enge Spiele gegen Timo. Vielleicht klappt es ja mit dem Titel, ich wäre aber mit dem Finaleinzug zufrieden."

Neben Ovtcharov wollen die Nationalspieler Bastian Steger und Patrick Baum sowie der bei der Mannschafts-WM Ende Februar stark aufspielende Jörg Roßkopf bei der Medaillenvergabe ein gehöriges Wort mitreden. Christian Süß bereitet sich auf die europäische Olympia-Qualifikation vom 2. bis 6. April in Nantes vor und fehlt in Hamburg.

Topfavoritin Jiaduo sagt Start ab

Unterdessen sagte bei den Frauen Topfavoritin Wu Jiaduo noch vor dem ersten Aufschlag ab. Deutschlands Nummer eins vom FSV Kroppach plagt eine Grippe. Durch das Fehlen der Weltranglisten-16. steigt Nationalspielerin Elke Wosik zur Favoritin auf.

Doch auch Nicole Struse darf sich Hoffnungen auf ihren zehnten Titel machen. Nach einem Formtief in den vergangenen Monaten möchte die bei der DM traditionell stark spielende Rekordmeisterin zeigen, dass mit ihr auch im Alter von 36 Jahren weiter zu rechnen ist.

Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des Deutschen Tischetennis-Bundes (Dttb), traut zudem Teenager Amelie Solja eine Überraschung im Kampf um den Agnes-Simon-Wanderpokal zu. "Sie hat zuletzt bei den Weltmeisterschaften gezeigt, dass mit ihren 17 Jahren zu rechnen ist."

© SID

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