Tour de France
Buchmann mit Sensations-Coup

Christopher Froome und die verbliebenen Rivalen legten am zweiten Pyrenäen-Tag eine Verschnaufpause ein. Dies nutzt unter anderem der Deutsche Emanuel Buchmann.
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Cauterets Emanuel Buchmann schaute sich ein letztes Mal um, dann trudelte der Tour-Neuling mit einem Lächeln über den Zielstrich. Der erst 22 Jahre alte deutsche Meister hat nach einer furiosen 108-Kilometer-Flucht durch die Pyrenäen seinen ersten Coup auf der großen Bühne gelandet. Der viertjüngste Fahrer im Peloton nutzte den Nichtangriffspakt der Favoriten und belegte beim Ritt über den gefürchteten Tourmalet und fünf weiteren Bergen den starken dritten Platz auf der elften Etappe der 102. Tour de France. Den Tagessieg sicherte sich am Mittwoch nach 188 Kilometern von Pau nach Cauterets der Pole Rafal Majka, der in einer ursprünglich acht Fahrer starken Ausreißergruppe die größten Reserven besaß. Dahinter folgten Daniel Martin (Irland/1:00 Minute zurück) und Buchmann (1:23).

„Das ist ein super Gefühl, heute hier als Dritter über die Ziellinie zu rollen. Am Tourmalet hatte ich noch gehofft, weiter nach vorne zu kommen, aber in der Abfahrt hatte ich Krämpfe. Majka war der Stärkste“, sagte Buchmann.

Spitzenreiter Christopher Froome verzichtete dagegen nach seiner Klettershow vom Vortag auf weitere Attacken und erreichte an der Seite seiner verbliebenen Rivalen mit über fünf Minuten Rückstand das Ziel. Damit liegt Froome, dessen Coup in La Pierre-Saint-Martin mit einer Mischung aus Bewunderung und Verdacht registriert worden war, weiter 2:52 Minuten vor seinem ersten Verfolger Tejay van Garderen aus den USA. Platz drei belegt der Kolumbianer Nairo Quintana (3:09). Vorjahressieger Vincenzo Nibali verlor weitere Sekunden.

Die Schlagzeilen des Tages machten diesmal andere - zum Beispiel Buchmann. Bei Temperaturen von über 35 Grad setzte sich der Ravensburger aus dem Team Bora-Argon bei der Tour erstmals in Szene, nachdem er am Mittwoch durch den krankheitsbedingten Ausfall von Kapitän Dominik Nerz von seinen Helferaufgaben entbunden worden war. Am Berg hinterließ das 64 Kilogramm schwere Leichtgewicht, das eine Woche vor der Tour sensationell den nationalen Meistertitel geholt hatte, einen prächtigen Eindruck. Landsmann André Greipel musste dagegen nach nur einem Tag wieder das Grüne Trikot des Punktbesten an den Slowaken Peter Sagan abgeben.

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