Tour de France
Kaum Topsprinter am Start

Die Sprinter machen sich rar bei der diesjährigen Tour de France. Verletzungen, Dopingsperren und Nichtnominierungen wie im Fall Zabel sorgen dafür, dass die Aufmerksamkeit auf das Grüne Trikot in diesem Jahr wohl nicht so groß sein wird. Zudem sorgt der Streckenplan dafür, dass die Sprinter nicht wie sonst in der ersten Tour-Woche Chancen auf das Gelbe Trikot haben dürften.

HB FROMENTINE. Der zwölffache Etappengewinner Erik Zabel (Unna) erhielt vom eigenen Team die Rote Karte, Alessandro Petacchi (Italien) ist in Urlaub, der dreifache Weltmeister Oscar Freire (Spanien) hat Rückenprobleme und Danilo Hondo (Cottbus) ist gesperrt. Auf den Australier Robbie McEwen, der das Grüne Trikot verteidigt, den Belgier Tom Boonen und den Norweger Thor Hushovd kommt somit weniger Arbeit zu, als noch vor einem Jahr.

Das Einzelzeitfahren zum Tour-Auftakt über 19 Kilometer von Fromentine auf die Atlantik-Insel Noirmoutier steht für die Klassementsfahrer ganz oben auf der Agenda und wird schon für große Abstände vor den Sprintern sorgen. Das Team-Zeitfahren am Dienstag über 66 Kilometer von Tours nach Blois wird ein Übriges dazu beitragen, dass sich Armstrong, Ullrich und Co. schon früh ihren Platz im Gesamtklassement ganz vorne sichern werden.

"Dass diesmal weniger Topsprinter am Start sein werden, ist eher Zufall, hat mit persönlichen Problemen oder dem sprintfreudigen Kurs der kommenden WM im Oktober in Madrid zu tun", meinte Ex-Sprinter und Fernseh-Kommentator Marcel Wüst, der in den Teams keinen grundsätzlichen Wandel und die besondere Konzentration auf das Gesamtklassement ausgemacht hat.

Für seinen ehemaligen Konkurrenten Zabel, seit 1995 erfolgreicher Dauer-Starter in Frankreich mit herausragenden Erfolgen, bricht Wüst eine Lanze: "Der Verzicht ist ein großer Fehler. Erstens hätte Zabel - zumal bei dem geschrumpften Feld der Sprint-Konkurrenz - durchaus Chancen auf einen Etappensieg und könnte dadurch in den ersten zehn Tagen den enormen öffentlichen Druck vom Team und Ullrich etwas fern halten. Außerdem würden seine bekannten Fähigkeiten bei mittelschweren Bergetappen sicher dazu ausreichen, Ullrich dort direkt zu helfen und seine Möglichkeiten im Team-Zeitfahren liegen sicher über denen von Sevilla oder manch anderem."

Nach Wüsts Meinung ist die umstrittene Entscheidung gegen Zabel und für Ullrich ohnehin vergebene Liebesmüh'. "Ich gehe fest davon aus, dass Lance Armstrong zum siebten Mal gewinnt. Ich fand Ullrichs Vorstellung auf der letzten Etappe der Tour de Suisse, als er fast zwei Minuten auf die Spitze verlor, überhaupt nicht überzeugend. Da kann er auf seiner Homepage noch so viel Optimismus verbreiten", sagte der Kölner, der in der ARD wie immer das Geschehen am Rande kommentieren wird.

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