Tour de France vor Scherbenhaufen
Winokurow entgeht Razzia bei Astana

Wer geglaubt hatte, „schlimmer gehts nimmer“ wurde am Dienstag herbe enttäuscht: Der Doping-Fall Alexander Winokurow bei der Tour de France markiert einen weiteren traurigen Höhepunkt in der Geschichte des Radsports. Die Polizei durchsuchte noch am Abend das Hotel seines Teams Astana – da war der Kasache allerdings schon ausgeflogen. In Widersprüche hat sich auch der des Dopings verdächtigte Tour-Spitzenreiter Michael Rasmussen verstrickt.

HB PAU. Belastet durch den neuerlichen Doping-Skandal geht die Tour de France am Mittwoch auf die 16. Etappe. Das Astana-Team mit dem Deutschen Andreas Klöden und ihres des Blutdopings überführten Kapitäns Winokurow ist im Endspurt der Frankreich-Rundfahrt nicht mehr dabei. Fünf Tage vor dem großen Finale am Sonntag in Paris hat die Mannschaftsleitung das Astana-Team auf Anraten der Tour-Organisatoren zurückgezogen. Der zweifache Etappensieger Winokurow wurde von seinem team sofort suspendiert. Der 33 Jahre alte Kasache soll unmittelbar vor seinem souveränen Sieg am vergangenen Samstag im Zeitfahren Bluttransfusionen erhalten haben. Winokurow lag zum Zeitpunkt des Ausstiegs auf Rang 23, Klöden war Fünfter der Gesamtwertung.

Die französische Polizei durchsuchte am Dienstagabend wenige Stunden nach Bekanntwerden des positiven Blutdoping-Befundes bei Winokurow das Mannschaftshotel von Astana in Pau. Für etwa zwei Stunden hielten sich die Beamten im Hotel La Palmeraie auf und beschlagnahmten einige Dinge. Winokurow, dessen Test bei der Tour de France vom 21. Juli eindeutig auf Frembluttransfusionen hinweist, hatte Pau zur Zeit der Durchsuchungen bereits verlassen. Weitere Teammitglieder wie der Lausitzer Andreas Klöden, Sportdirektor Mario Kummer und Teamchef Marc Biver wurden in ein Zimmer gebracht und durften es für den Verlauf der Aktion nicht verlassen. Näheres wurde zunächst nicht bekannt.

Mit der Überführung von Winokurow, der von den französischen Zeitungen in den vergangenen Tagen nach seinen zwei Etappensiegen gefeiert wurde, und dem Rückzug seines Teams steht die 94. Tour wenige Tage vor dem Finale in Paris vor einem Scherbenhaufen. In Widersprüche hat sich auch der des Dopings verdächtigte Spitzenreiter Michael Rasmussen verstrickt. Aber die Tour geht weiter. „Es war keine Frage für uns, die Tour zu stoppen, nur weil einige Russisches Roulette spielen“, sagte Tour-Chef Christian Prudhomme nach dem Astana-Eklat.

Unterdessen kündigte das Astana-Team am späten Dienstagabend auf seiner Internetseite an, trotz des Doping-Skandals um Winokurow und des Tour-Ausstiegs bei den nächsten Rennen an den Start gehen zu wollen. Die Teamleitung gehe unverändert von einer Teilnahme an der Sachsen-Tour (25. bis 29. Juli) und der parallel stattfindenden Brixia-Tour (26. bis 29. Juli) in Italien aus. Der kasachische Verteidigungsminister Danial Achmatow, in Personalunion Radsport-Präsident des Landes, habe der Teamleitung seine „totale Unterstützung“ zugesagt, hieß es.

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