Triathlon Ironman
Deutsche "Eisenmänner" trotzen Erdbeben auf Hawaii

Beim berühmtesten Ironman der Welt wollen Faris Al-Sultan und Normann Stadler für den dritten deutschen Sieg in Folge sorgen. Dabei müssen die Athleten auch die Ereignisse des schwersten Erdbebens auf Hawaii ausblenden.

Fünf Tage nach dem schwersten Erdbeben seit 33 Jahren in der Region um Hawaii sind die Schäden noch deutlich zu sehen. Risse in den asphaltierten Strassen und zersplitterte Scheiben lassen erkennen, dass auch das Insel-Paradies nicht von Naturkatastrophen verschont bleibt. Dennoch wollen Faris Al-Sultan und Normann Stadler am kommenden Wochenende nicht nur ihren Schrecken, sondern auch die Konkurrenz abschütteln und beim berühmtesten Ironman der Welt für den dritten deutschen Sieg in Folge sorgen.

"Nach dem Erdbeben ist es in diesem Jahr natürlich kein normales Rennen. Jetzt gilt es, sich trotz der Ereignisse zu konzentrieren, um eine Top-Leistung abzurufen", erklärte Titelverteidiger Al-Sultan. Der Münchner Triathlet mit irakischen Wurzeln will sich für die Schinderei in drei Akten erneut mit der Triathlon-Krone auf dem legendären Alii Drive und rund 100 000 Euro Siegprämie belohnen: "Der Druck ist schon groß. Aber wenn ich es noch einmal schaffe, bin ich einer der ganz Großen."

Während Al-Sultan vom Erdbeben am vergangenen Montag nicht viel mitbekam, fürchtete Stadler sogar um sein Leben. "Ich habe gedacht, die Decke im Hotel kommt runter und es ist aus", sagte der Mannheimer, der 2004 auf Big Island triumphierte und im Vorjahr von einem Defekt an seinem Rennrad gestoppt wurde.

Fragezeichen hinter Al-Sultan und Stadler

Hinter der Form von Al-Sultan und Stadler steht allerdings ein Fragezeichen. Al-Sultan musste sich unter anderem beim Heim-Triathlon in Roth dem Australier Chris Mccormack geschlagen geben. Stadler konnte nach Stürzen beim Ironman Germany in Frankfurt den Sieg des Neuseeländers Cameron Brown nicht verhindern. "Davon ist aber nichts hängen geblieben - auch körperlich nicht", sagt der "Norminator".

Geht es nach Thomas Hellriegel, gehört vor allem Stadler bei der Tortur über 3,8km Schwimmen im Pazifischen Ozean, 180km Rad fahren sowie 42,195km Laufen durch die glühenden Lavafelder erneut zu den ganz heißen Favoriten. "Er legt auf dem Rad ein Höllentempo vor und kann sich bis ins Ziel durchbeißen", glaubt Hellriegel, der 1997 als erster Deutscher auf Hawaii gewann und noch einmal einen Platz unter den besten Zehn anvisiert.

Schweizerin Badmann strebt zweiten Hattrick an

Den möchte wie bei seinem Hawaii-Debüt im Vorjahr auch Stefan Vuckovic erreichen. "Ich setze mich aber nicht unter Druck. Ich bin noch immer ein Greenhorn über die Langdistanz", sagt der Reutlinger, der 2000 mit Silber bei Olympia in Sydney für Furore sorgte. Bei den Frauen strebt die Schweizerin Natascha Badmann ihren zweiten Hattrick und insgesamt siebten Sieg an.

Einige der 1 600 Athleten aus über 50 Ländern haben ihren Start aus Angst vor Nachbeben oder einem Tsunami abgesagt. Die Teilnehmer erwartet in jedem Fall ein Höllentrip. Wo frisch verheiratete Paare ihre Flitterwochen verbringen, müssen die "Eisenmänner" mit Temperaturen um 40 Grad Celsius, einer Luftfeuchtigkeit von rund 90 Prozent und den berüchtigten Mumuku-Winden zurechtkommen.

© SID

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