Turnen WM
Tschusowitina springt zu Silber bei Kunstturn-WM

Titelverteidigerin Oksana Tschusowitina hat bei der Kunstturn-WM in Melbourne Rang zwei im Sprung belegt. Die in Köln wohnhafte Usbekin, die vom DTB umworben wird, musste nur der Chinesin Cheng Fei den Vortritt lassen.

Die Silbermedaille im Sprung der Damen bei der Kunstturn-WM in Melbourne geht nach Köln, allerdings nicht an den Deutschen Turner-Bund (DTB). "Ich bin über meinen zweiten Platz sehr glücklich und habe meinem Sohn Alisher sofort eine SMS geschrieben", erzählte die Usbekin Oksana Tschusowitina geradezu enthusiatisch. Zwei Jahre nach ihrem Triumph 2003 in Anaheim belegte die 30-Jährige nun also Rang zwei.

. Gegen die Chinesin Cheng Fei (9,656 Punkte) war im Finale vor 6 000 Zuschauern kein Kraut gewachsen, aber mit 9,418 Zählern behauptete die Weltranglisten-Erste Rang zwei knapp vor US-Meisterin Alicia Sacramone (9,412). Insgesamt holte Tschusowitina damit bei Welttitelkämpfen bereits ihre siebte Medaille beim Sprung.

Auch Trainerin Shanna Poljakowa lobte ihren Schützling überschwänglich: "Als Titelverteidigerin ist der Druck besonders groß, ich hatte Angst, dass Oksana dem nicht standhalten könnte. Aber sie war phantastisch und ich bin überglücklich." Wegen einer Knieverletzung war Tschusowitina noch bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen weit unter ihren Möglichkeiten geblieben.

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) dürfte nach diesem Erfolg seine Anstrengungen intensivieren, für die Mannschafts-Olympiasiegerin von 1992 (!) einen deutschen Pass zu erwirken. "Sie wäre eine Riesenverstärkung für unsere Riege",sagte DTB-Cheftrainerin Ulla Koch über Tschusowitina, die wegen der für ihren mittlerweile sechs Jahre alten Sohn erforderlichen Leukämie-Therapie seit knapp drei Jahren in Köln lebt.

Hambüchen im Finaleinsatz

Neben Cheng Fei gewann auch ihr Landsmann Xiao Qin am Seitpferd einen Titel für China, die Asiaten stellten damit am vorletzten WM-Tag in Melbourne die erfolgreichste Riege. Den ersten Weltmeistertitel für Brasiliens Kunstturner überhaupt sicherte sich Diego Hypolito am Boden. Am Stufenbarren setzte sich die Mehrkampf-Zweite Anastasia Ljukin aus den USA durch, Juri van Gelder wurde an den Ringen erster niederländischer Kunstturn-Weltmeister der Geschichte.

Die Welttitelkämpfe werden am Sonntag (04.00 Uhr MEZ) mit den letzten fünf Gerätefinals abgeschlossen. Für den Endkampf am Reck hat sich auch Europameister Fabian Hambüchen aus Niedergirmes qualifiziert.

Vor dem Wettkampf hatte der Weltverband FIG das Programm zur Feier seines 125-jährigen Bestehens im Jahre 2006 vorgestellt. Dabei stehen zehn Turn-Galas auf allen fünf Kontinenten im Mittelpunkt, die Tournee wird auch einmal in Frankfurt/Main Station machen. Der FIG gehören mittlerweile 129 Mitgliedsverbände an. Im kommenden Jahr ist aus steuertechnischen Gründen auch ein Umzug der FIG-Zentrale innerhalb der Schweiz von Moutiers nach Neuchatel geplant.

© SID

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