Turniersieg in Stanford
Serena Williams ist wieder da

Serena Williams gewann in Stanford den 38. Titel ihrer Karriere. Es war ihr erster Grand-Slam-Sieg seit mehr als einem Jahr - und ein ganz besonderer für die 29-Jährige nach einer langen Durststrecke.
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Hamburg/StanfordDie einen sprachen von einer Sensation, andere von einem Wunder. Serena Williams selbst ballte nach ihrem Turniersieg in Stanford nur kurz die Faust und nahm strahlend den gläsernen Pokal in Empfang. Das 7:5, 6:1 gegen Marion Bartoli aus Frankreich bedeutete den 38. Titel ihrer Karriere. Doch das war es nicht, was die 29-Jährige so glücklich machte, auch nicht die neue Bestmarke von über 33 Millionen Dollar an Preisgeld. Es waren vielmehr die Umstände der zurückliegenden Monate, in denen sie nach einer Lungenembolie sogar um ihr Leben gefürchtet hatte.

„Ich nehme jetzt jedes Turnier sehr viel ernster“, sagte Serena Williams. Das war nicht immer so, wenn es nicht gerade darum ging, einen Grand-Slam-Titel zu holen. Den letzten ihrer 13 Major-Siege gewann sie vor gut einem Jahr in Wimbledon - danach ging es stetig bergab. Es begann mit einer eher belanglosen Verletzung, als sie in eine Scherbe trat und ein paar Wochen nicht spielen konnte. Die Wunde hatte sich entzündet, und sie nahm den Vorfall nicht sonderlich ernst.

Über Monate ging Serena Williams in Arztpraxen und Krankenhäusern ein und aus, statt sich auf den Tennisplätzen um Platz eins der Weltrangliste zu streiten. Während sie immer weiter absackte, bestiegen Spielerinnen wie die Dänin Caroline Wozniacki den Thron, die noch nie bei einem Grand-Slam-Turnier siegreich waren. In diesen Kampf noch einmal einsteigen zu können, schien utopisch zu sein, nachdem Williams auch noch eine Lungenembolie hatte. Überleben war ihr Ziel, wieder gesund werden. Was bedeutet da ein Platz an der Spitze der Tennis-Welt?

Die Prioritäten haben sich wieder geändert - und seit Montag ist Serena Williams als Nummer 79 auch in der Weltrangliste auf dem Weg zurück zur Normalität. Doch vergessen sind die schlimmen Stunden, Tage, Wochen und Monate nicht. „Ich bin sehr dankbar, wieder auf dem Platz stehen zu können. Das Spiel und die Unterstützung der Fans habe ich wirklich sehr vermisst.“ Dass sie sich überdies bei Marion Bartoli für die Achtelfinal-Niederlage in Wimbledon vor ein paar Wochen revanchieren konnte, fällt dabei wenig ins Gewicht.

Die Zuschauer in dem kleinen Stadion der Universitätsstadt Stanford vor den Toren San Franciscos wurden Zeugen einer neuen Serena Williams. Die Eleganz, mit der sie ihr Spiel durchzog, und auch Rückstände wett machte, erinnerte nur phasenweise an das gefürchtete Kraftpaket, das allein mit der Härte seiner Schläge dominieren konnte. Diese Eigenschaft, gepaart mit präzisen Schlägen in jeden Winkel des Platzes, machten ihr Spiel unwiderstehlich. Und Serena Williams schien fit wie nie.

Sabine Lisicki konnte sich davon im Halbfinale überzeugen, so wie in der Runde zuvor auch die Russin Maria Scharapowa. Beide Spielerinnen, die sich in Wimbledon immerhin in der Vorschlussrunde gegenüber gestanden hatten, waren absolut chancenlos. Für die in vier Wochen startenden US Open ist die dreimalige Siegerin Serena Williams schon jetzt die große Favoritin.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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