Verzicht auf 100-Meter-Start
„Turbo-Tobi" hat die Langsamkeit noch nicht entdeckt

HELSINKI. Sprinthoffnung Tobias Unger, Spitzname „Turbo-Tobi“, hat es nicht allein auf der Tartanbahn eilig. „Bei mir muss auch privat immer alles sehr schnell gehen. Ich habe mir also die richtige Disziplin rausgesucht“, urteilte der Deutsche Rekordhalter über 200 Meter (20,20 Sekunden). Fünf Schrottautos zeugen von Ungers Geschwindigkeitsrausch im Privatleben.

Bei der WM in Helsinki spielt das Tempo auf der Straße keine Rolle. Unger will Kräfte sparen für die 200 Meter. „Ich bin jetzt schön frisch und ganz froh, dass ich die 100 Meter ausgelassen habe“, sagte der Medaillenkandidat. Sein Verzicht hatte in Deutschland für leichte Enttäuschung gesorgt.

Seit Anfang Juli ist Unger wegen seines Doppelerfolgs über 100 und 200 Meter bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid in aller Munde. Seine 20,20 Sekunden über die längere Sprintstrecke brachen nach 20 Jahren den Deutschen Rekord des Ex-Europameisters Frank Emmelmann (20,23). Vor zwei Jahren bei der WM in Paris erlebte Unger ein Fiasko. Aus im Vorlauf mit unterirdischen 21,33 Sekunden. „So etwas soll mir nie mehr passieren“, schwor sich der 26-Jährige von der LAZ Kornwestheim/Ludwigsburg. Seine Erfolge über die 200-Meter-Strecke seit Paris sprechen eine ebenso deutliche Sprache: Hallen-WM-Dritter 2004, Deutscher Meister 2003 bis 2005, Olympia-Siebter 2004 in Athen und Hallen-Europameister 2005.

Langsam ist anders. Folgerichtig kennt Unger den Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ (von Stan Nadolny) nicht. „Nein, ich lese nicht gerne Bücher.“ Logisch, Geschwindigkeit spielt beim Lesen auch keine große Rolle.

Quelle: »NEWS Frankfurt

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