Vier Punkte aus sechs Spielen und die Folgen
VfB schasst Sammer

Der VfB Stuttgart hat seinen Cheftrainer Matthias Sammer beurlaubt. "Wir haben heute Morgen in beiderseitigem Einvernehmen beschlossen, künftig getrennte Wege zu gehen", sagte Vereinspräsident Erwin Staudt. Ein Nachfolger für Sammer steht noch nicht fest.

HB STUTTGART. Der Coach war erst zu Beginn der Saison als Nachfolger von Felix Magath verpflichtet worden und hatte noch einen Vertrag bis 2007. Bis zum Trainingsauftakt am 27. Juni soll ein Nachfolger präsentiert werden. Das Verfehlen des Saisonzieles, zumindest die Champions League-Qualifikation zu erreichen, hatte wahrscheinlich zum Bruch mit dem Coach geführt. Am turbulenten letzten Spieltag hatte der VfB Stuttgart, der lange auf Platz drei der Bundesligatabelle stand, die Qualifikation doch noch verpasst und war auf Platz fünf abgerutscht. Das war der Höhepunkt einer glücklosen Serie. In den letzten sechs Spieltagen holten die Schwaben nur vier Punkte.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt hatte schon vor einigen Tagen die Spekulationen um eine Entlassung Sammers angeheizt. Der Arbeitgeberpräsident hatte eine schonungslose Analyse des Saisonausgangs gefordert und dabei auf Nachfrage auch Sammer nicht ausgenommen. Präsident Erwin Staudt hatte daraufhin gegenüber dem Kicker noch versucht, die Aussagen des Präsidenten zu relativieren. "Das war doch keine Kritik an oder Misstrauen gegen Matthias Sammer. Er ist ein wichtiger Bestandteil und wir machen eine Analyse, um Dinge zu verbessern", sagte Staudt und fügte hinzu, das "Verträge gemacht werden, um sie zu halten."

Möglicherweise wird neben Matthias Sammer noch ein weiteres Mitglied des Kaders Stuttgart verlassen. Der Stürmer Kevin Kuranyi hat die Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied weiter geschürt. "So wie es im Moment aussieht, werde ich nächste Saison beim VfB spielen. Aber der Fußball ist ein sehr schnelllebiges Geschäft. Was man heute plant, kann in ein paar Wochen schon wieder ganz anders aussehen", sagte der 23-jährige Nationalstürmer der "Sport-Bild". Auf die Frage, ob er die Rückendeckung von Stuttgarts Trainer Matthias Sammer vermisse, sagte Kuranyi: "Natürlich vermisse ich sie im Moment etwas."

Seit Wochen wird der Torjäger mit Vize-Meister Schalke 04 in Verbindung gebracht. Zwar hat er beim VfB noch einen Vertrag bis 2008. Nachdem die Schwaben jedoch die Teilnahme an der Champions League verpasst haben, kann er den Uefa-Cup-Teilnehmer mit Hilfe einer Ausstiegsklausel für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen. "Wenn ein Verein mit mir reden will, wird er zuerst mit meinem Berater sprechen. Dann werden wir mal gucken, was passiert", sagte Kuranyi weiter.

Ob Stürmer Imre Szabics im nächsten Jahr noch bei den Schwaben spielen wird, ist ebenfalls ungewiss. "Ich will nach Köln. Der Club hat ein großes Potenzial", sagte der Angreifer der "Stuttgarter Zeitung". Beim schwäbischen Bundesligisten hat der 24-Jährige allerdings noch einen Vertrag bis 2006. Der VfB sei "gesprächsbereit, wenn ein vernünftiges Ablöseangebot" käme, sagte Sportdirektor Herbert Briem. "Derzeit liegt aber nichts vor." Szabics war 2003 von Sturm Graz nach Stuttgart gewechselt, wo er unter dem damaligen Trainer Felix Magath zunächst Stammspieler war. Unter dessen Nachfolger Matthias Sammer kam der Ungar allerdings meistens nur als Einwechselspieler zum Zug.

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