Voigt: „Ich werde für meinen Ausritt bezahlen müssen.“
Voigt wartet in Gelb auf das „Leiden“

Jens Voigt ist entschlossen seine wenige Stunden in Gelb zu genießen. Am Dienstag stehen dem CSC-Ausreißer die ersten schweren Bergetappen der Tour bevor. Damit wird für den Berliner nicht nur der Kampf gegen unerbittliche Anstiege beginnen.

Den Kampf um das begehrte Gelbe Trikot musste Lance Armstrong am Montag chancenlos zu den Akten legen. Der sechsmalige Toursieger konnte sich zwar mehrfach bis auf wenige Meter an das Objekt der Begierde heranpirschen, doch ließ ihn Jens Voigt jedesmal eiskalt abblitzen. "Da lass ich keinen ran, notfalls setze ich mich drauf", scherzte Voigt im Hotel Alpexpo in Grenoble, in dem das CSC-Team des Berliners gemeinsam mit Armstrongs Discovery-Mannschaft am ersten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt untergebracht war.

Während sich die Tourfavoriten um Armstrong und Jan Ullrich auf den bevorstehenden Schlagabtausch in den Bergen konzentrierten, genoss Voigt seine Stunden in Gelb. "Für mich ist die Tour praktisch gelaufen, denn ich bin kein Bergfahrer. Ich bin darauf eingestellt, dass ich das Trikot schnell wieder verliere - ich hoffe, an einen Teamkollegen", sagte der 33-Jährige, der am Dienstag als Führender der Gesamtwertung auf die erste Alpen-Etappe von Grenoble nach Courchevel (192,5km) gehen wird.

"Innerer Schweinehund" lässt bereits grüßen

Statt einer Triumphfahrt im Leader-Trikot erwartet Voigt einen harten Kampf gegen seinen "inneren Schweinehund": "Ich denke schon, dass ich für den Ausritt am Sonntag bezahlen muss, ich werde richtig leiden", erklärte der gebürtige Mecklenburger, der sich die Führung mit einer 150km langen Flucht und Platz drei auf der neunten Etappe zwischen Gerardmer und Mulhouse geholt hatte.

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Anerkennung bekam Voigt auch von Ullrich, mit dem er einst gemeinsam in Berlin die Sportschule besuchte. "Jens ist einer der sympathischsten Fahrer im Feld. Er attackiert, wann immer er kann und hat sich das Trikot wirklich verdient", erklärte der Kapitän des T-Mobile-Teams.

Allerdings hatte der Spezialist für Ausreißversuche eine Woche auf seine Chance warten müssen, bevor ihm sein Teamchef Bjarne Riis grünes Licht gab. "Ich habe ihn jeden Tag gefragt: Bjarne, darf ich fahren? - Die Antwort war immer nein. Aber am Sonntagmorgen hat er mich endlich losgelassen", schilderte Voigt das Ringen mit seinem Boss um die "Lizenz" zum Angriff: "Ich bin glücklich, dass ich die Chance noch bekommen habe, denn eigentlich geht es für uns darum, unseren Kapitän Ivan Basso zu beschützen. Da sind eigene Ziele klar untergeordnet."

Als Voigt vor vier Jahren - ebenfalls im Elsaß - zum ersten Mal für einen Tag ins Gelbe Trikot fuhr, war das noch anders. Bei seinem damaligen Rennstall Credit Agricole gab es keine großen Ambitionen fürs Gesamtklassement, so dass die Fahrer alle Freiheiten genossen. Dass er die einzige Gelegenheit bei CSC nutzen konnte, freute Voigt dafür umso mehr: "Es ist wirklich perfekt gelaufen."

© SID

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