Volleyball WM
Deutsche Schmetterlinge hoffen auf das Wunder

Die deutschen Volleyballerinnen hoffen bei der WM gegen Olympiasieger Brasilien auf ein Wunder. "Vom Papier her ist Brasilien tausendmal besser", sagt Libero Kerstin Tzscherlich.

Sie sind krasser Außenseiter und seit vier Jahren ohne Sieg gegen Brasilien - in ihrem Spiel des Jahres haben die deutschen Volleyballerinnen also nichts zu verlieren. Gelingt den Schmetterlingen von Bundestrainer Giovanni Guidetti gegen den übermächtigen Olympiasieger das Wunder von Nagoya, steht die Tür zum Halbfinale und damit zur ersten deutschen WM-Medaille der Geschichte weit offen.

"Vom Papier her ist Brasilien tausendmal besser. Aber wir werden unser Ding spielen. Egal, was am Ende dabei rauskommt", sagt Libero Kerstin Tzscherlich. Die 32-Jährige ist die "Mama" der jungen deutschen Truppe, sie war auch 2006 in Stuttgart beim bisher letzten Sieg gegen die Schmetterkünstler von der Copacabana dabei.

Am Ruhetag wurde schon einmal probehalber gefeiert. Für Geburtstagskind Nadja Schaus gab es eine große Schokotorte mit Früchten, die sich das Team genüsslich einverleibte. Bei einem Sieg gegen Brasilien dürfte die Party dann etwas größer ausfallen.

Auftreten der Mannschaft bisher herausragend

Präsident Werner von Moltke fiebert derweil im fernen Frankfurt mit und ist von den Spielen ganz begeistert. "Das Auftreten der Mannschaft ist bisher herausragend", sagt von Moltke. Er hoffe, dass die Spielerinnen weiter zu ihrer Höchstleistung fähig seien, dann könne man auch Brasilien schlagen.

Das Selbstvertrauen des Teams ist nach dem bisherigen Turnierverlauf groß, auch wenn die Chancen gegen die noch ungeschlagenen Brasilianerinnen minimal sind. "Von zehn Spielen verlieren wir neun. Aber einmal können wir auch gewinnen", sagt Zuspielerin Kathleen Weiß.

Der bisher überragend spielenden Regisseurin kommt gegen den starken Block der Brasilianerinnen ebenso eine Schlüsselrolle zu wie Mittelblockerin Christiane Fürst und Angreiferin Margareta Kozuch. Nur wenn das "magische Dreieck" von Bundestrainer Guidetti zu Höchstform aufläuft, sind Sheilla, Jaqueline und Co. zu stoppen.

Guidetti hält Sieg für möglich

Doch selbst bei einer Niederlage läge das unerfahrene deutsche Team mit neun WM-Debütantinnen klar auf Kurs. Die Runde um die Plätze fünf bis acht könnte im letzten Zwischenrundenspiel mit einem Sieg gegen den bisher enttäuschenden Erzrivalen Niederlande gesichert werden. Damit würde das deutsche Team die erfolgreichste WM-Teilnahme seit 1994 verbuchen, als man überraschend Fünfter wurde.

Guidetti denkt so weit noch lange nicht. Er hält zunächst mal einen Sieg gegen Brasilien für möglich. "Wir dürfen nicht auf den Platz gehen und denken, dass wir verlieren. Auf der anderen Seite stehen auch nur Menschen", sagt der Italiener. Man müsse die gleiche Einstellung wie die Tschechinnen an den Tag legen: "Die sind raus und haben sich gesagt: Wer ist Brasilien? Am Ende haben sie zwar knapp 2:3 verloren, haben aber auch gezeigt, dass es geht."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%