Volleyball WM
Deutsche Volleyballer schmettern zum Sieg

Mühsam aber erfolgreich sind die deutschen Volleyballer in die WM in Japan gestartet. Zum Auftakt setzte sich das Team von Trainer Stelian Moculescu nach verlorenem ersten Satz 3:1 gegen Außenseiter Australien durch.

Mit wackligen Beinen sind die deutschen Volleyballer zu ihrem Auftaktsieg bei der am Freitag gestarteten WM in Japan gekommen. Trotz großer Nervosität setzte sich das Team des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) gegen Außenseiter Australien in Fukuoka beim ersten WM-Endrunden-Match seit zwölf Jahren nach 0:1-Rückstand mit 3:1 (20:25, 25:22, 25:21, 30:28) durch. Für das Minimalziel Zwischenrunde ist schon in den nächsten Spielen gegen die durch eine Doping-Sperre geschwächten Kubaner am Samstag (10.00 Uhr MEZ) und gegen Griechenland am Sonntag (8.00 Uhr MEZ) eine erhebliche Steigerung notwendig.

"Es war eine Zangengeburt, jetzt ist uns allen ein Mühlstein vom Herzen gefallen", sagte Moculescu: "Aber das ist mir jetzt alles wurscht - die zwei Punkte sind wichtig." Der 56-Jährige lutschte beim deutschen Endrunden-Comeback nach zwölf Jahren aufgeregt Kräuterpastillen im Akkord, doch nach dem überraschend verlorenen ersten Satz hatte sich seine Miene schon merklich verfinstert. Erst der fünfte Matchball nach 117 Minuten zum 30:28 im vierten Satz brachte die Erlösung.

"Es ist für alle die erste WM. Wir waren aufgeregt, es hatte diesmal nur mit uns selbst zu tun", sagte Routinier Stefan Hüber: "Aber wir haben gewonnen, und es ging schließlich nicht um einen Schönheitspreis." Wenigstens der ausgebuffte Mittelblocker hatte in vielen entscheidenden Szenen den Überblick behalten, war mit 17 Zählern der erfolgreichste Punktesammler im Team und rechnet nun mit einer Steigerung: "Wir haben gegen alle Teams eine Chance."

"Australische Kängurus sind nicht höher gehüpft"

"Vom ersten Spiel hängt eine Menge ab, das hat uns nervös gemacht", sagte Jochen Schöps. Der Diagonalangreifer war überraschend für Christian Pampel ins Team gekommen und zeigte neben Licht auch Schatten. "Die australischen Kängurus sind nicht unbedingt höher gehüpft, aber sie haben anders gespielt als erwartet", kommentierte er ein paar taktische Finessen des Gegners.

Moculescu hatte bis auf Schöps das erwartete Team mit Zuspieler Simon Tischer, Björn Andrae, Marcus Popp, Norbert Walter, Hübner und Libero Thomas Kröger aufgestellt. Die eingewechselten Frank Dehne (Zuspiel) und Ralph Bergmann (Block) machten ihre Sache ordentlich.

Zu den Problemen der nun wartenden Kubaner sagte Hübner: "Bei denen gibt es doch immer wieder mal dubiose Geschichten, weshalb plötzlich ein Spieler fehlt. Da machen wir uns keine Gedanken, das wird keinen Einfluss haben."

Kubanischer Top-Blocker suspendiert

Beim Weltliga-Siebten von der Zuckerinsel hatte der Weltverband Fivb kurzfristig den herausragenden Blocker Portuondo Juantorena nach einer positiven Dopingprobe vorläufig suspendiert. Er soll in den nächsten Tagen angehört werden, ihm droht eine Zwei-Jahres-Sperre. Zunächst war spekuliert worden, der 21-Jährige habe sich von seiner Mannschaft abgesetzt.

Die Kubaner verloren unter Moculescus Augen in der ansonsten fast völlig leeren Halle trotz einer starken Leistung gegen Olympiasieger Brasilien 1:3 (25:21, 19:25, 15:25, 22:25). Außerdem besiegte im deutschen Pool B der Weltliga-Zweite Frankreich den Olympiafünften Griechenland mit 3:1 (25:22, 25:22, 22:25, 25:17).

Die nächsten deutschen Gegner sind von ganz anderem Kaliber als die Australier, deren Libero der beim thüringischen Zweitligisten Sonneberg unter Vertrag stehende Philip da Silva war. Für das Erreichen der Zwischenrunde sind mindestens zwei Siege notwendig. Die jeweils besten vier Mannschaften der insgesamt vier Sechser-Gruppen qualifizieren sich für die nächste Runde.

© SID

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