Volleyball WM
Erste WM-Niederlage für deutsche Volleyballerinnen

Erwartungsgemäß mit 1:3 haben Deutschlands Volleyballerinnen die WM-Vorrundenpartie gegen den Olympiazweiten Russland verloren. Nach zwei Siegen war es die erste Niederlage für die DVV-Damen in Japan.

Für Deutschlands Volleyballerinnen war die erste Niederlage bei der Weltmeisterschaft in Japan kein Rückschlag, sondern vielmehr der Ansporn für weitere Großtaten. "Das war ein kleiner Dämpfer uns, aber wir brechen nicht ein", meinte die erneut überragende Spielführerin Angelina Grün nach dem 1:3 (22:25, 21:25, 25:17, 23:25) gegen den Olympiazweiten Russland: "Das gibt uns den letzten Piekser Motivation, die nächsten Spiele zu gewinnen." Die Zwischenrunde der besten 16 ist jedenfalls schon so gut wie sicher erreicht.

Auch der nach dem besten WM-Start der Geschichte - zwei 3:0-Siege gegen die Dominikanische Republik und Mexiko - formulierte Traum von der ersten deutschen WM-Medaille der Geschichte lebt weiter. Selbst Weltverbands-Präsident Ruben Acosta war auf der Ehrentribüne im Hokkaido Sports Centre von Sapporo beeindruckt von der Vorstellung der deutschen "Schmetterlinge". "Die Mannschaft hat große Fortschritte gemacht. Sie schafft mindestens einen Platz unter den Top acht", sagte Acosta dem sid. Auch der russische Coach Giovanni Caprara zollte höchsten Respekt: "Deutschland kann stolz auf dieses Team sein. Sie kann gegen jede Mannschaft der Welt gewinnen."

Knappe Entscheidung

Tatsächlich entschied letzten Endes ein einziger Punkt beim Stand von 23:23 über den Sieg des WM-Mitfavoriten, als Birgit Thumm mit ihrem Schmetterschlag im russischen Block hängenblieb. Statt Satzball zum Ausgleich von 2:2 gab es Matchball für die schon wankenden russischen Riesinnen. "Das war schon extrem bitter", meinte Thumm. Den verwandelte die 2,02 Meter große Superangreiferin Jekaterina Gamowa mit einem krachenden Aufschlag, den Libero Kerstin Tzscherlich nicht annehmen konnte.

"Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie hat hier mit einem Punkt gegen eine Mannschaft verloren, die ins WM-Finale kommen wird", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti: "Ich habe danach in den Gesichtern meiner Spielerinnen vor allem Wut über die verpasste Siegeschance gesehen. Genau diese Wut will ich sehen, damit wir Aserbaidschan und China schlagen können." Pflicht ist ein Erfolg gegen Aserbaidschan am Samstag (8 Uhr MEZ/live in arena), ein Triumph gegen den müde wirkenden Olympiasieger China am Sonntag (6 Uhr MEZ/live in arena) wäre die Kür.

Punkte werden mitgenommen

"Wenn wir 4:2 Punkte in der Zwischenrunde mitnehmen, hätten wir alle Chancen. Selbst mit 2:4 Punkten ist es theoretisch noch möglich, ins Halbfinale zu kommen", meinte Verbands-Vize Götz Moser. Das deutsche Team nimmt die Ergebnisse der Spiele gegen Russland, China und Aserbaidschan mit in Runde zwei nach Osaka. Allerdings wird zumindest in den letzten beiden Vorrundenspielen wohl Angreiferin Atikaa Bouagaa fehlen, die im dritten Satz umknickte, ausgewechselt werden musste und nach dem Spiel zum Röntgen ins Krankenhaus gebracht wurde.

Zu diesem Zeitpunkt waren die nervös gestarteten und in den ersten beiden Durchgängen immer wieder am turmhohen Russen-Block gescheiterten Deutschen das klar bessere Team. Grandiose Abwehrreaktionen rissen die japanischen Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin. Im vierten Satz kämpften sich die "Schmetterlinge" nach dem 8:14-Rückstand wieder heran, scheiterten aber letzlich an sich selbst. Grün, mit 19 Punkten zum dritten Mal punktbeste Deutsche: "Wir haben zu viele leichte Fehler gemacht. Aber das ist abgehakt, beim nächsten Mal nutzen wir unsere Chancen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%