Walter Godefroot geht in die Offensive
Bund fordert Ende des Radsport-Sponsorings der Telekom

Nach dem überraschenden Doping-Geständnissen der früheren Telekom-Profis Bert Dietz und Christian Henn steigt der Druck auf die Deutsche Telekom. Die Bundesregierung erwartet, dass das Unternehmen, dessen größter Aktionär der Bund ist, Konsequenzen aus dem sich ausweitenden Skandal zieht.

HB BERLIN. „Der Imageschaden ist ein regelrechtes Desaster", hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen. Der Bund, der direkt und über die KfW-Bankengruppe noch mehr als 30 Prozent an der Deutschen Telekom AG hält, fordere daher von der Telekom, das kostspielige Radsport-Sponsoring zu beenden. „Nach Bekanntwerden dieser Doping-Fälle ist der Nutzen aus dem Sponsoring gleich Null", hieß es weiter. Die Telekom sollte darauf verzichten, für diesen Bereich weiter Geld auszugeben. Dafür hätten die Bürger kein Verständnis.

Der Telekom-Konzern und die Führung des T-Mobile Teams kündigten am Mittwoch für Donnerstag eine Pressekonferenz zur Zukunft des Radrennstalls an. Worum es genau gehen soll, wurde zunächst nicht bekannt. Neben Teammanager Bob Stapleton will auch Sportdirektor Rolf Aldag vor die Presse treten. Der Ex-Profi ist durch die Doping-Geständnisse seiner früheren Teamkollegen Dietz und Henn verstärkt in den Verdacht der Mitwisserschaft geraten. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ erwägt Aldag seit einigen Wochen ein umfangreiches Geständnis zu seiner Vergangenheit.

ARD und ZDF wollen dagegen allen Dopingaffären zum Trotz auch in Zukunft Radsport in ihrem Programm ausstrahlen. Dies gilt insbesondere für die Übertragungen 2007 von der Tour de France (7. bis 29. Juli) und der Deutschland-Tour (10. bis 18. August). Dies erklärten übereinstimmend ARD-Programmdirektor Günter Struve und ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender am Mittwoch vor dem Sportausschuss des deutschen Bundestages in Berlin. Sie wiesen damit eine Boykott-Forderung des Ausschuss-Vorsitzenden Peter Danckert (SPD) zurück.

Beide bezeichneten einen Ausstieg als „völlig falsches Signal", nachdem der Reinigungsprozess im Radsport eingesetzt habe. Brender wandte sich auch gegen unterschiedliche Messlatten für verschiedene Sportarten: „Niemand hat gefordert, die Fußball-WM 2006 nicht umfassend zu übertragen, obwohl niemand weiß, ob sie nicht auch durch Pharmazie entschieden worden ist."

Zuvor hatte sich auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach gegen einen „dunklen Bildschirm" für den Radsport ausgesprochen: „Dann müsste man auch überlegen, ob man nicht einige Bereiche der Politik und der Wirtschaft ausblenden sollte." Wichtig sei besonders für ARD und ZDF vielmehr, ihrer Informationspflicht umfassend dadurch nachzukommen, dass man Themen wie Doping volle Aufmerksamkeit widme.

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