Wasserspringen National
Wasserspringerin Fischer geht vom Brett

Nach 21 Jahren hat Wasserspringerin Heike Fischer ihre Karriere beendet. Die Olympia-Dritte erklärte wegen anhaltender Verletzungssorgen ihren Rücktritt vom Leistungssport.

Vor sieben Monaten brach sie für Deutschland den Medaillen-Bann bei Olympia, jetzt hat Wasserspringerin Heike Fischer den Absprung vom aktiven Sport gewagt. Die Leipzigerin, die in Peking mit Synchronpartnerin Ditte Kotzian vom 3-m-Brett Bronze und damit die ersehnte erste Medaille für Deutschland geholt hatte, beendete am Montag nach 21 Jahren ihre Karriere.

"Die letzten zwei Jahre waren von Verletzungen geprägt. Es hat immer viel Kraft gekostet und meine Psyche beansprucht, mich wieder zurückzukämpfen", sagte die 26-Jährige, die im Januar einen Bänderriss im Knöchel erlitten hatte. Zudem wolle sie sich nun verstärkt ihrem BWL-Studium widmen und in naher Zukunft mit der Familienplanung beginnen. "Es war eine schwere Entscheidung. Aber wenn es am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören", meinte Sachsens Sportlerin des Jahres. Ihr zweieinhalbfacher bronzener Auerbachsalto im Pekinger Wasser-Würfel war somit ihr letzter Sprung auf internationaler Ebene. "Ich bin stolz, dass ich von fast allen Höhepunkten Medaillen mit nach Hause gebracht habe", erklärte Fischer.

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) reagierte mit Verständnis, aber auch Wehmut auf die Nachricht. "Heike tritt als eine der schillerndsten Sportlerinnen der vergangenen Jahre ab. Das ist ein herber Verlust. Sie war als Leistungssportlerin ein Vorbild von der Jugend an bis in die Weltspitze", sagte Sportdirektor und Wassersprung-Bundestrainer Lutz Buschkow zwei Wochen vor der EM in Turin (1. bis 5. April) dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Neben dem dritten Platz bei Olympia hat die 22-fache deutsche Meisterin zahlreiche Medaillen auf internationaler Ebene gesammelt. 2007 wurde Fischer mit Synchronpartnerin Kotzian WM-Zweite in Melbourne, zwei Jahre zuvor gelang ihr bei der WM in Montreal vom nicht-olympischen 1-m-Brett der dritte Platz. In dieser Disziplin wurde die gebürtige Demminerin zudem zweimal Europameisterin (2002 und 2004).

Vor Fischer hatte bereits die Olympia-Vierte Annett Gamm (Dresden) ihre Karriere beendet. In die entstandene Lücke sollen bis Olympia 2012 in London junge Athletinnen springen - allen voran die dreifache deutsche Hallenmeisterin Nora Subschinski aus Berlin. "Die kommenden Jahre werden ihre Jahre", meinte Fischer.

© SID

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