Wintersport WM
FIS-Präsident Kasper will WM-Programm verändern

Das Programm der Nordischen Ski-WM wird in den nächsten Jahren laut Gian-Franco Kasper verändert. Dem Massenstart der Kombinierer erteilte der FIS-Präsident eine klare Absage.

Die "fliegenden Mädchen" in der Kritik, der Massenstart der Kombinierer nach seiner Premiere vor dem Aus und ein zweiter Männer-Teamwettbewerb im Skispringen möglich - FIS-Präsident Gian-Franco Kasper hat Änderungen im Programm der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften angekündigt. Eine deutliche Absage erteilte der Schweizer einem Teamwettbewerb der Skispringerinnen, dafür regte er ein Alterslimit in dieser Disziplin an.

Kasper fordert Alterslimit

"Das soll kein Kindersport werden. Wenn dort wie in der Gymnastik 13-Jährige die Hauptdarsteller sind - das kann es doch nun wirklich nicht sein. Ich bin für ein Alterslimit von 15 oder 16 Jahren", sagte Kasper am Rande der WM in Liberec dem Sport-Informations-Dienst (sid). Bei der WM-Premiere der Skispringerinnen habe es einige talentierte Frauen wie die deutsche Silbergewinnerin Ulrike Gräßler gegeben, aber ansonsten seien "die Leistungsunterschiede noch viel zu groß". Trotzdem gehören die Fliegerinnen auch bei der nächsten WM 2011 in Oslo zum Programm.

"Ein Teamwettbewerb der Skispringerinnen bei der WM steht derzeit überhaupt nicht zur Diskussion. Sollen da zwei Teams starten? Da können wir die Medaillen gleich zu Hause verteilen", sagte Kasper. Trotz aller Kritik hat die FIS einen Antrag für die Aufnahme des Frauen-Skispringens ins Olympia-Programm von Sotschi 2014 gestellt. Darüber werde möglicherweise im Herbst, noch wahrscheinlicher aber nach den Winterspielen 2010 in Vancouver entschieden.

Zudem läuft noch eine Klage vor dem obersten Gerichtshof der kanadischen Provinz British Columbia, in der eine Gruppe von Skispringerinnen die Aufnahme ins Olympia-Programm im nächsten Jahr erzwingen will. Das Urteil soll am 20. April verkündet werden. "Ich begreife die Klage überhaupt nicht und sehe auch keine Chance. Es wäre viel besser, wenn sich die Skispringerinnen beim IOC auf den Kampf für Sotschi 2014 konzentrieren würden", so Kasper.

Massenstart der Kombinierer vor dem Aus

Gar keine Zukunft - ob nun bei Olympia oder WM - hat wohl der Massenstart der Kombinierer, bei dem zuerst gelaufen und erst dann gesprungen wird. Der Amerikaner Todd Lodwick dürfte damit als der erste und einzige Weltmeister in dieser Disziplin in die Geschichte eingehen. "Wir wussten von vornherein, dass es nicht ganz das Richtige ist. Zumal wir ja im Weltcup gerade eine Änderung gemacht haben, die sich teils schon positiv ausgewirkt hat", sagte Kasper. Vor der Saison war die Vielzahl der Kombinierer-Disziplinen auf ein Format mit einem Sprung plus einem 10-Kilometer-Langlauf eingedampft worden.

An die Stelle des Massenstarts der Kombinierer könnte bei der WM in zwei Jahren am traditionsreichen Holmenkollen ein zweiter Teamwettbewerb der Skispringer auf der Normalschanze ins Programm rücken. Das hatte es schon bei den Titelkämpfen 2001 in Lahti und 2005 in Oberstdorf gegeben - dort hatten die deutschen Flieger ihre bis dato letzte WM-Medaille gewonnen. Kasper: "Zwei Teamwettbewerbe machen nur Sinn, wenn die WM in echten Skisprung-Nationen stattfindet. Ansonsten sind wir mit der Zahl von 20 WM-Entscheidungen am Maximum angekommen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%