Wladimir Klitschko
Unter Brüdern

Wladimir Klitschko tritt das Erbe von Vitali an. Sein Plan: Er will wieder Box-Weltmeister werden.

HB HAMBURG. Verlegenes Schweigen. Man könnte eine Stecknadel fallen hören. Wladimir Klitschko blickt betreten zu Boden, als sich sein Bruder Vitali bei treuen Weggefährten für die „schöne gemeinsame Zeit“ bedankt und symbolisch das Zepter an ihn übergibt – „den Sportler mit dem größeren Potenzial“.

Der Moment ist so feierlich wie der vorweihnachtliche Rahmen in einem Hamburger Restaurant. Machtwechsel bei den Boxbrüdern, der Beginn einer neuen Ära.

Einen Monat nach Vitalis Rücktritt aus dem aktiven Boxsport liegt die Zukunft der Klitschkos in Wladimirs Fäusten. Keine leichte Bürde. Selbst Fritz Sdunek, der hartgesottene Profitrainer, schluckt schwer.

Plötzlich zerreißt ein „Wiener Walzer“ die Stille. Hektisch hantiert Sdunek an seinem immer lauter klingenden Handy.

Wladimir prustet laut los. Dann lachen alle. Und mit einem Schlag ist die Stimmung gelöst. „Wir sind doch nicht auf einer Trauerfeier“, stellt der jüngere Bruder energisch klar.

Schon einmal musste Wladimir für Vitali einspringen, in Atlanta, bei den Olympischen Spiele 1996. Der 20-jährige ukrainische Boxamateur Wladimir ersetzt seinen gesperrten Bruder Vitali – und gewinnt im Finalkampf gegen Paea Wolfgramm (Tonga) die Goldmedaille im Superschwergewicht. „Mein schönstes Boxerlebnis“, sagt er später. Nach dem Olympiasieg wechselt der 1,98-Meter-Hüne ins Profilager zum Universum-Boxstall nach Hamburg. Im Gepäck: Boxhandschuhe und 140 Kämpfe (134 Siege, 65 durch K.o.) Heute, fast ein Jahrzehnt später, soll Wladimir erneut die Familienehre retten. Jetzt muss sich „der kleine Klitschko“ wieder allein im großen Rampenlicht durchboxen.

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