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Zweite Wimbledon-Woche ohne Deutsche

Mit hängenden Köpfen und dem schlechtesten Abschneiden seit drei Jahren haben sich die deutschen Tennis-Profis schon nach der ersten Woche aus Wimbledon verabschiedet.

dpa LONDON. Mit hängenden Köpfen und dem schlechtesten Abschneiden seit drei Jahren haben sich die deutschen Tennis-Profis schon nach der ersten Woche aus Wimbledon verabschiedet.

Nicolas Kiefer rüttelte zwar kurz am Thron von Titelverteidiger Roger Federer, scheiterte schließlich aber ebenso in der dritten Runde der All England Championships wie die ohne Mumm aufspielenden Florian Mayer und Alexander Popp, der nur wenige Minuten später als letzter der 14 gestarteten Deutschen ausschied. "Vielleicht habe ich zu viel riskiert", sagte Kiefer nach dem 2:6, 7:6 (7:5), 1:6, 5:7. "Aber ich wollte ihm gleich zeigen, wo es langgeht."

Schon einmal hatte Kiefer den zweimaligen Wimbledonsieger auf Rasen geschlagen, bevor der seine auf 32 Matches angewachsene Siegesserie auf Gras startete. Dieses Halbfinale 2002 im westfälischen Halle machte den Hannoveraner mutig und schwirrte dem Champion mehr im Kopf umher, als ihm lieb war. "Ich bin froh, das Match überstanden zu haben", sagte Federer und bedankte sich bei seinem Kontrahenten, der ein im vierten Satz vom Weltranglisten-Ersten überreichtes Geschenk postwendend zurückgab: "Ich habe ihm mit zwei Doppelfehlern das 5:3 geschenkt, und er hat es mir auch per Doppelfehler zurückgegeben."

"Das war der Knackpunkt", meinte Kiefer, der trotz allem nur teilweise unzufrieden war. "Es war ein tolles Gefühl, auf dem Center Court zu spielen. Und ich habe bewiesen, wenn ich aggressiv spiele, kann ich auch solch einem Spieler Probleme bereiten." Der Schweizer wirkte nur nach außen gelassen, cool und unerbittlich wie sein Film-Vorbild James Bond, der in Gestalt von Sir Sean Connery auf der Tribüne saß.

"Ich bin ein absoluter Bond-Fan", meinte Federer. Der "Agent seiner Majestät" wiederum ist ein Tennis-Fan - und das zeigte der geadelte Schauspieler auch: Im Match seines schottischen Landsmannes Andrew Murray, das der 18-Jährige in fünf Sätzen gegen den Argentinier David Nalbandian verlor, ließ sich Connery als einziger in der königlichen Loge von der "La Ola" mitreißen.

Für Begeisterung sorgten Mayer und Popp nur einen Satz lang. Vor allem "Rasen-Riese" Popp war mehr zugetraut worden, als er beim 7:5, 6:7 (5:7), 2:6, 2:6 gegen den Russen Dimitri Tursunow zu leisten im Stande war. "Es klingt blöde, aber es lag nur an ein paar Punkten", meinte der 2,01-m-Hüne, der nach zwei Viertelfinals und der vierten Runde im Vorjahr über sein schlechtestes Ergebnis quittierte. Dabei hatte er beim 5:5 im zweiten Satz sogar die Chance zur Vorentscheidung.

"Bei einer 2:0-Satzführung wäre es anders gelaufen", sagte Popp. So aber wurde der Pechvogel, der nach sieben Monaten Pause wegen einer Schulter-Operation die ersten Spiele der Saison gewann, zunehmend unkonzentrierter und konnte dem Henman-Bezwinger nicht Paroli bieten. "Aber ich weiß jetzt: Ich bin auf dem richtigen Weg."

Dort glaubt sich auch Vorjahres-Viertelfinalist Mayer, obwohl die 6:3, 2:6, 1:6, 1:6-Niederlage gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero anderes offenbarte. "Eine Schippe drauflegen" wollte der Bayreuther. Stattdessen beerdigte er seine Hoffnungen auf dem "Friedhof der Champions" und verpasste die Center-Court-Premiere gegen Federer. "Eine Runde mehr hätte ich mir schon zugetraut", sagte der 21- Jährige.

Ganz ohne deutsche Beteiligung muss Wimbledon nicht auskommen. Rainer Schüttler und Alexander Waske "schummelten" sich im Doppel in die zweite Woche, weil ihr Zweitrundenmatch gegen die Tschechen Jan Hernych/Tomas Zib bei 5:5 im fünften Satz wegen Dunkelheit auf diesen Montag verschoben wurde. Anna-Lena Grönefeld ist gar auf Rekordjagd - allerdings nur als Begleiterin von Martina Navratilova. Die 49- jährige Amerikanerin will im Doppel mit der Nordhornerin ihren 21. Wimbledontitel holen und Billie Jean King übertrumpfen.

"Sie quiekt so laut wie ein Schwein beim Schlachten", beschrieb der BBC-Kommentator das provozierende Stöhnen, das Maria Scharapowa schon bald Ärger einbringen soll. Die Titelverteidigerin schraubte den Pegel bei ihrem 6:2, 6:4-Erfolg gegen die Slowenin Katarina Srebotnik auf einen Rekordstand. "So geht es nicht weiter", sagte Oberschiedsrichter Alan Mills und kündigte Konsequenzen an.

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