Zweiter Tageserfolg bei einer Tour
Voigt siegt nach langer Flucht

Jens Voigt vom CSC-Rennstall hat die 13. Etappe der 93. Tour de France gewonnen. Nach der langen Flucht einer Fünfer-Gruppe setzte sich der Berliner am Ende gegen den Spanier Oscar Pereiro im Sprint durch.

Fünf Jahre nach seinem bisher einzigen Tour-Erfolg hat der Berliner "Ausreißer-König" Jens Voigt erneut zugeschlagen. Auf der längsten Etappe der 53. "Großen Schleife" fuhr der 34-jährige Mecklenburger bei brütender Hitze in Südfrankreich als erster über die Ziellinie. Nach 230km und 5:24:36 Stunden zwischen Beziers und Montelimar gewann Voigt im Schlussspurt vor seinem spanischen Fluchtkollegen Oscar Pereiro (Illes Balears). Die ursprünglich fünf Ausreißer hatten zeitweise über 28 Minuten Vorsprung.

"Ich bin so froh, noch einmal gewonnen zu haben. Das zeigt mir, dass ich doch noch nicht alt bin, doch noch ein paar gute Jahre vor mir habe. Heute abend wird es wohl nicht bei einem Glas Champagner bleiben", sagte Voigt.

Pereiro mit gelbem Trikot belohnt

Das Gelbe Trikot übernahm Pereiro von Phonak-Kapitän Floyd Landis. Der US-Profi kam als 29. ins Ziel. In der gleichen Gruppe kam auch T-Mobile-Profi Andreas Klöden (Mittweida) als 41. an. In der Gesamtwertung führt Pereiro nun mit 1:29 Minuten Vorsprung vor Landis. Klöden belegt 3:58 Minuten zurück den siebten Platz, der Kaarster Markus Fothen (5:46) vom Team Gerolsteiner ist Zwölfter.

Die Punktwertung führt weiter der Australier Robbie Mcewen (Lotto) an, als bester Nachwuchsfahrer fährt der Kaarster Markus Fothen vom Team Gerolsteiner im weißen Jersey in die Alpen. "Berg-König" blieb der Spanier David De la Fuente (Saunier).

Voigt hatte seinen ersten Tagessieg bei der Tour am 25. Juli 2001 in Sarran gefeiert, nachdem er elf Tage zuvor am französishen Nationalfeiertag für 24 Stunden das Gelbe Trikot erobert hatte. Auch 2005 fuhr Voigt einen Tag in Gelb. Als "Berg-König" hatte der heutige CSC-Profi 1998 ebenfalls einmal auf dem Podest gestanden, am Samstag machte er den insgesamt 54. Etappensieg eines Deutschen seit dem Premieren-Erfolg des Berliners Kurt Stöpel 1932 perfekt.

"So optimistisch war ich heute morgen gar nicht"

Auf der 3. Etappe hatte T-Mobile-Profi Matthias Kessler den ersten Tagessieg eines Deutschen bei der diesjährigen Tour gefeiert. "So optimistisch war ich heute morgen gar nicht. Aber es immer ein Pokerspiel, heute hat es wunderbar funktioniert", meinte Voigt weiter zu seinem Erfolg.

Bei Temperaturen um 35 Grad Celsius hatte Voigt von Beginn an keine Zweifel an seinen Absichten gelassen. Der Fluchtexperte war direkt nach dem Start im Herzen der Languedoc-Weinregion nahe der Mittelmeerküste in die Offensive gegangen. Zunächst geriet der Ausreißversuch noch ins Stocken, doch schon nach 23km hatte sich die letztlich erfolgreiche Führungsgruppe formiert, zu der lange auch der Ukrainer Andrij Griwko (Milram) gehörte.

Auf dem welligen Terrain entlang den Ausläufern des Zentralmassivs mit fünf Bergwertungen der jeweils vierten Kategorie baute das Quintett seinen Vorsprung schnell aus, ohne dabei vom Peloton behelligt zu werden. Die Favoriten im Hauptfeld machten die Tempobolzerei der Führenden mit 46km/h in der ersten Stunde nicht mit und schonten ihre Kräfte für die schweren Bergprüfungen der kommenden Tage.

Bei der Fahrt durch die Departments Herault, Gard, Ardeche und Drome stellten die Flüchtlinge einen Rekord für die laufende Tour auf: 28:13 Minuten Vorsprung hatte zuvor noch kein Ausreißer geschafft. Die bisherige "Bestzeit" hatte der Berliner Björn Schröder (Milram) gehalten, der mit dem Franzosen Samuel Dumoulin (Ag2r) auf der fünften Etappe 12:50 Minuten vor dem Hauptfeld gefahren war.

© SID

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