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Zweiter Weltcup-Titel für Timo Boll

Timo Boll hat zum zweiten Mal den Tischtennis-Weltcup gewonnen. In Lüttich setzte sich der Weltranglistenzweite aus Gönnern gegen den Chinesen Wang Hao mit 4:3 durch und kassierte dafür eine Prämie von 44 000 Dollar.

Timo Boll hat die Chinesen beim Tischtennis-Weltcup in Lüttich wieder das Fürchten gelehrt und einen seiner größten Erfolge gefeiert. Der Weltranglistenzweite krönte seine Gala beim viertwichtigsten Turnier der Welt im Finale durch ein 4:3 gegen Chinas zwei Plätze tiefer eingestuften Olympia-Zweiten Wang Hao und wiederholte damit trotz offenkundiger Ermüdungserscheinungen seinen Titel-Triumph von 2002.

Unter dem Jubel von 3 000 Zuschauern hatte der Doppel-Vizeweltmeister aus dem chinesischen Weltklasse-Trio zuvor schon im Viertelfinale den WM-Champion und Weltranglistenersten Wang Liqin sowie in der Vorschlussrunde nach sechs Jahren auch wieder den bislang als "Boll-Schreck" geltenden Cupverteidiger Ma Lin (jeweils 4:3) entzaubert.

Boll: "Das war das beste Turnier meines Lebens"

Als die "chinesische Mauer" in der belgischen Hafenstadt durch den 11:3, 4:11, 11:8, 3:11, 11:13, 11:8, 11:5-Erfolg gegen Wang Hao endgültig eingerissen war, stieß Boll die Faust in die Luft, rollte sich auf den Tisch, schleuderte seine Beläge ins Publikum und genoss anschließend mit hochgestreckten Armen die "Timo, Timo"-Ovationen.

"Das war das beste Turnier meines Lebens", erklärte ein glücklicher, aber erschöpfter Boll: "Ich habe zu den richtigen Zeitpunkten nochmal 100 Prozent bringen können und bin natürlich sehr glücklich. Aber das Turnier hätte wohl keinen Satz länger dauern dürfen, denn ich habe im Turnier nach den anstrengenden Wochen doch recht häufig Müdigkeit verspürt und freue mich jetzt erst einmal auf eine kleine Pause. Unter diesen Umständen ist der Titel aber nur noch höher einzuschätzen", kommentierte der 24-Jährige seinen Coup.

Boll freut sich: "Ich habe keine Angstgegner mehr"

Tatsächlich lieferte Boll vier Wochen nach dem Gewinn der Japan Open auf der Baustelle von Lüttichs neuer und noch nicht vollständig fertiggestellter "Country Hall" alles andere als nur Stückwerk ab. Besonders der herbeigesehnte Erfolg gegen den Weltranglistendritten Ma Lin nach zuvor acht Niederlagen in Serie seit dem einzigen Sieg 1999 gab dem Linkshänder für das Endspiel nochmal einen Kick: "Es ist schon ein gutes Gefühl, ihn endlich mal wieder geknackt zu haben. Ich habe keine Angstgegner mehr. Ob den Russen Alexei Smirnow, den Rumänen Adrian Crisan oder jetzt auch Ma Lin - ich habe sie in diesem Jahr alle geschlagen."

Lohn der Mühe war wie schon beim Weltcup-Triumph vor drei Jahren, als der Hesse ebenfalls alle drei Top-Chinesen besiegt hatte, ein Scheck über sein Rekordpreisgeld von 44 000 Dollar. Außerdem dürfte Boll in der nächsten Weltrangliste seinen Rückstand von momentan 202 Punkten auf Spitzenreiter Wang Liqin deutlich verkürzt haben und damit Platz eins, den der Ex-Europameister 2003 als erster Deutscher für insgesamt sieben Monate belegt hatte, wieder in Sichtweite bekommen.

© SID

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