Fußball-„Fieber“ in China
WM sorgt für lukrativen Handel mit Attesten

Um die WM-Spiele spät in der Nacht zu sehen, lassen sich viele Chinesen krankschreiben. Findige Händler haben daraus ein Geschäft gemacht: Für rund zwei Euro bekommen Arbeiter jedes Attest - von Fieber bis Abtreibung.
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PekingDer Zeitunterschied von bis zu zwölf Stunden zwischen Brasilien und China hat in der Volksrepublik seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft zu einem schwunghaften Handel mit gefälschten Krankmeldungen geführt. Wer die in China zu nächtlicher Zeit ausgestrahlten Spiele im Fernsehen verfolgt, ist am Morgen oft kaum in der Verfassung zu arbeiten. Da kommen die falschen Gesundheitszertifikate gerade recht.

Eine Recherche mit den Stichworten „Peking“ und „Krankschreibung“ in der Internet-Suchmaschine Baidu ergab am Donnerstag 49.500 Treffer. Findige Händler boten unter anderem Bescheinigungen von Krankenhäusern mit Stempeln und Unterschriften von Ärzten an. Meist sind dafür etwa 20 Yuan (2,35 Euro) zu berappen. Der Katalog der „Krankheiten“ reicht von Fieber über Lungenentzündung bis hin zu Knochenbruch und Abtreibung.

Einige Firmen reagierten auf die Fußballmanie ihrer Angestellten und änderten ihre Betriebszeiten für die Dauer der WM. So öffnet eine Volkswagen-Filiale in der östlichen Stadt Yangzhou jeden Tag erst um 14 Uhr. Außerdem erhält jeder Beschäftigte für jedes von Deutschland geschossene Tor 100 Yuan, wie chinesische Medien berichteten. Prompt fragte ein Internetnutzer, ob bei der Filiale noch Stellen frei seien.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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