Flaute bei A380-Absatz
Lieber gebraucht als direkt von Airbus

Die Nachfrage hält sich in Grenzen und jetzt kommt für die A380 von Airbus noch ein großes Problem hinzu: Die ersten Modelle kehren als Gebrauchtware zurück auf den Markt. Sticht sich der Luftfahrtkonzern selbst aus?
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Dem Flaggschiff der Airbus Group droht neuer Gegenwind. Der doppelstöckige Riesenjumbo A380 mit mehr als 500 Sitzplätzen in drei Klassen ist inzwischen auch gebraucht auf dem Markt erhältlich - und das kann dem Hersteller den Absatz erschweren, dem das Programm derzeit ohnehin nur wenig Grund zur Freude bietet. Seit drei Jahren hat kein neuer Kunde das Flugzeug bei Airbus bestellt.

Die nach zwei Katastrophen und nach eigenen Worten „technisch bankrotte“ Malaysia Airlines hatte am 2. Juni erklärt, zwei der sechs bestellten Exemplare verkaufen zu wollen. Überdies stehen zwei von der insolventen japanischen Skymark Airlines bestellte A380 zum Verkauf. Nach Informationen von Bloomberg News erwägt auch Thai Airways International den Verkauf eines Teils seiner insgesamt sechs Flugzeuge umfassenden A380-Flotte, alle sind unter drei Jahre alt.

Zudem enden in naher Zukunft die zehnjährigen Leasingverträge für die ältesten A380, fünf davon aus der Flotte des Erstkunden Singapore Airlines. Die Exemplare werden von den Vermögensverwaltern Doric und Dr. Peters Group anderen Fluggesellschaften angeboten. Singapore Air kann die Leasingverträge aber auch auf zwölf Jahre verlängern und hat bislang noch nicht darüber entschieden. Die Preise für diese gebrauchten Flieger würden deutlich unter dem aktuellen Listenpreis von 428 Millionen Dollar liegen.

Airbus arbeitet derzeit mit wenig Erfolg an einem erfolgreicheren Verkauf der A380. Fast 30 Exemplare müssen pro Jahr abgesetzt werden, um das Programm profitabel zu halten. Ohne Neukunden drohen ab 2018 ungenutzte Produktionskapazitäten.

Mit Ausnahme der verkehrsreichsten Strecken gilt die A380 vielen Fluggesellschaften als zu groß. Sie kann aber ebenso mit ihrem großen Fassungsvermögen die Zahl der Flüge reduzieren und damit eine geringere Zahl der kostspieligen Landerechte möglich machen.

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