Le Bourget
Air Baltic setzt auf Bombardier

Die lettische Airline Air Baltic muss etwas länger auf ihre CS300 des Boeing- und Airbus-Konkurrenten warten. Dennoch ist Airline-Chef Gauss zufrieden mit der Maschine – gute Nachrichten für Lieferanten Bombardier.
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ParisEigentlich sollten es jetzt im Frühsommer sieben Jets der Serie CS300 sein, mit denen die lettische Air Baltic unter anderem ihren aktuellen Flugplan bestreitet. So hatte es Airline-Chef Martin Gauss mit dem kanadischen Lieferanten Bombardier vereinbart. Doch weil Triebwerke fehlten, kann Air Baltic zurzeit nur auf fünf der brandneuen Jets zurückgreifen.

Für Gauss ist die Situation gleichwohl verkraftbar. Erstens würde man im Juli zwei weitere Maschinen bekommen, im Oktober dann noch mal eine. „Damit sind wir dann wieder im Zeitplan, der Ende des Jahres acht CS300 vorsieht“, sagte Gauss auf Paris Air Show in Le Bourget. Im kommenden Jahr erhält Air Baltic dann weitere acht CS300, im Folgejahr dann noch mal vier. Insgesamt hat die Airline 20 Flugzeuge dieses Typs bestellt.

Zweitens und noch viel wichtiger in den Augen von Gauss: Das Flugzeug erfüllt die Erwartungen und sogar noch ein wenig mehr. 19 Prozent weniger Treibstoff als die bisher eingesetzten Boeing 737-300 sollte das Flugzeug verbrauchen, so das Kalkül bei der Bestellung. Nach den ersten Erfahrungen im täglichen Einsatz seien es sogar 21 Prozent, gemessen auf der Langstrecke von Riga nach Abu Dhabi.

Auch ansonsten sei die Übergabe der Flugzeuge überaus reibungslos verlaufen, so Gauss. „Wir haben das fünfte Flugzeug nur vier Stunden nach dem Überführungsflug aus Montreal in den offiziellen Dienst gestellt, also einen ersten kommerziellen Flug mit Passagieren durchgeführt“, sagte Gauss.

Fred Cromer, bei Bombardier der für Verkehrs-Flugzeuge zuständige Manager, hört solches Lob gerne. „Wir prüfen gerade, inwieweit die genannten Verbrauchswerte grundsätzlich erreicht werden können und werden dann schauen, ob wir die Spezifikation des Flugzeugs anpassen“, sagte Cromer dem Handelsblatt. Bessere Verbrauchswerte könnten das Flugzeug attraktiver für Neukunden machen.

Bombardier drängt mit der CS300 von unten in das Geschäft von Airbus und Boeing. Der Frage, ob er das Ziel habe, das Duopol der beiden Riesen anzugreifen, antwortet Cromer allerdings eher ausweichend. „Der Trend der beiden, ihre kleinsten Flugzeuge immer größer zu machen, hat uns die Chance gegeben, die dadurch im unteren Marktsegment entstandene Lücke zu schließen“, sagte der Manager.

Zu möglichen Pläne, eine größere Version der C-Serie, etwa eine CS500, zu entwickeln, wollte sich Cromer nicht direkt äußern: „Ob die nächste Neuentwicklung aus der Sparte Verkehrsflugzeuge oder der für Business-Jets kommen wird, werden wir sehen.“. Zunächst konzentriere man sich auf die CS100 und die CS300.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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