Energiewende
Streit um Kosten des Ökostroms

Seit Monaten mehren sich die Stimmen, die eine radikale Reform des EEG-Vergütungssystems fordern. Doch gegen den geforderten Umstieg auf eine verpflichtende Direktvermarktung wehrt sich die Erneuerbare-Energien-Branche.
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BerlinDie Erneuerbare-Energien-Branche wehrt sich gegen einen Kurswechsel bei der Förderung von Öko-Strom. Der von verschiedenen Verbänden und Parteien geforderte Umstieg auf eine verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Quellen belaste die Investitionssicherheit für die Anlagenbetreiber, heißt es in einem Gutachten des Beratungsunternehmens Energy Brainpool, das der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) in Auftrag gegeben hat.

Die verpflichtende Direktvermarktung stelle "de facto eine Vergütungskürzung dar", die Auswirkungen auf die Höhe der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seien jedoch nur gering, heißt es in dem Gutachten, das dem Handelsblatt vorliegt, weiter. Die politisch gewünschten Kostensenkungen ließen sich "durch eine geringfügige Kürzung der EEG-Vergütungen effizienter erreichen". Die Kürzung der Vergütung würde außerdem "für weniger Investitionsunsicherheit, insbesondere bei den Finanzinstituten, sorgen".

Wegen der stark steigenden EEG-Umlage ist das EEG insgesamt in die Kritik geraten. Am Dienstag wird die EEG-Umlage für das kommende Jahr bekanntgegeben. Sie wird voraussichtlich von derzeit 5,277 Cent um einen Cent auf 6,3 Cent je Kilowattstunde Strom erhöht. 2010 lag die Umlage noch bei 2,047 Cent.

Seit Monaten mehren sich die Stimmen, die eine radikale Reform des Vergütungssystems fordern. Selbst erklärte Unterstützer der Erneuerbaren mahnen zu einem Kurswechsel. So hat etwa Rainer Baake, Chef des ThinkTanks Agora Energiewende, in der vergangenen Woche vorgeschlagen, die Höhe der EEG-Vergütung für alle Neuanlagen auf 8,9 Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen und zugleich die Ausnahmen von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage einzuschränken. Derzeit gibt es für neue Photovoltaikanlagen noch 14 Cent je Kilowattstunde.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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