Entsalzungstechnik
Trinkwasser aus Wind und Sonne

Während die Trinkwasserreserven schrumpfen, steigt der Verbrauch. Die Aufbereitung gewinnt so an Bedeutung. Weil sich durch die innovativen Anlagen ein großer Markt erschließen lässt, sind die Ansätze vielfältig.
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KölnAm Ende hing den Kickern die Lunge aus dem Hals. Die Fußballer beim schwedischen Gothia Cup im Juli liefen deutlich mehr als sonst. Denn sie wollten nicht nur gewinnen, sondern vor allem auch schwitzen. Als Erste testeten sie die "Sweat-Machine" von HVR, einem schwedischen Unternehmen, das Verfahren zur Aufbereitung von Wasser entwickelt. Mit Hilfe spezieller Fasern destilliert die Sweat-Machine aus dem Schweiß der Trikots reines Trinkwasser.

Trinkwasser aus Schweiß? Klingt unappetitlich, doch für Bewohner trockener Regionen könnte eine solche Aufbereitung ein Segen sein.

Noch ist der Ertrag von zehn Millilitern pro T-Shirt für HVR zu wenig, um mit der Sweat-Machine in Serie zu gehen. Ihren Zweck hat die Anlage dennoch erfüllt. Denn als Teil einer Kampagne des Kinderhilfswerks Unicef macht sie immerhin medienwirksam auf den weltweiten Trinkwassermangel aufmerksam.

Laut Unicef haben rund 780 Millionen Menschen keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. Einwandfreies Trinkwasser muss frei sein von Krankheitserregern und soll eine Mindestkonzentration von Mineralstoffen aufweisen. Auch Grundwasser oder das Wasser aus Flüssen und Seen muss erst zu Trinkwasser aufbereitet werden.

Während die Trinkwasserreserven schrumpfen, steigt der Verbrauch. Die Aufbereitung gewinnt so an Bedeutung. Weil sich durch die innovativen Anlagen ein großer Markt erschließen lässt, sind die Ansätze vielfältig. Vor allem mittelständische Unternehmen sind hier erfinderisch. So berät das Land Schleswig Holstein über die Fortführung eines Projekts der Firma Smart Power Electronics.

Dabei wird auf das Dach eines Containers ein Windrad und eine Solaranlage angebracht. Der Strom wird in einer Batterie gespeichert, so dass die angeschlossene Grundwasserpumpe und die Wasseraufbereitungsanlage jederzeit gespeist werden können.

Ebenfalls mit regenerativer Energie funktioniert das System Photoflow des mexikanischen Unternehmens NOS. Dabei wird ein trichterförmiges Solarmodul auf einem Hausdach installiert. Es produziert nicht nur Strom, sondern leitet Regenwasser durch ein Filtersystem in ein Auffangbecken, wo es als Trinkwasser bereitsteht.

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