Smart Home
Eigenheime denken mit

Vernetzte Geräte im Gebäude erhöhen den Wohnkomfort und senken gleichzeitig den Energieverbrauch. Smart-Home-Technik hat hohes Marktpotenzial. Doch es fehlt oft an herstellerübergreifenden Lösungen.
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KölnWenn es Zeit zum Aufstehen ist, heben sich die Rollläden und in der Küche läuft schon der Kaffee durch die Maschine. Im Bad herrscht punktgenau wohlige Wärme. Später am Tag wird es ein Unwetter geben, sagt der Wetterbericht - wie von Geisterhand schließen sich die Fenster rechtzeitig.

Technisch sind Szenarien wie diese bereits möglich: Ausgestattet mit Netzwerkkomponenten lassen sich Haushaltsgeräte, Heizungen und Beleuchtungssysteme miteinander verbinden und programmieren. Was die Hersteller mit Schlagworten wie "Smart Home" oder "intelligentes Haus" anpreisen, verspricht nicht nur neuen Wohnkomfort. Durch die bedarfsgerechte Steuerung lässt sich auch Energie sparen. Und Sensoren an Fenstern und Türen können zudem bei Einbrüchen Alarm schlagen.

Das Marktpotenzial der Anwendungen ist groß, wie eine Studie des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) zeigt. Demnach werden bis zum Jahr 2015 allein in Deutschland rund 19 Milliarden Euro mit Smart-Home-Technik umgesetzt. Für Neubauten erwartet der Verband, dass entsprechende Funktionen künftig zur Basis-Ausstattung im Segment gehobener Wohnungen gehören. Potenzial gibt es aber auch bei bestehenden Gebäuden: Laut einer Umfrage der auf Bauthemen spezialisierten Heinze Marktforschung in Celle hält fast die Hälfte der Immobilienbesitzer und Modernisierer das intelligente Haus für sinnvoll.

An der breiten Masse geht die Technik aber bislang vorbei. "Viele schrecken noch vor den hohen Preisen und dem Aufwand der Installation zurück", sagt Thomas Wagner, Marktforscher bei Heinze. Auch der VDE sieht trotz der rosigen Prognose derzeit "eine Vielzahl von Innovationshemmnissen". So gebe es noch zu viele Kommunikationssysteme, die eine Vernetzung einzelner Geräte zum Teil verhindern.

Herstellerübergreifende Ansätze gibt es zwar - aber auch sie stehen zueinander in Konkurrenz. Zu den größten Zusammenschlüssen gehört Zigbee mit etwa 400 Mitgliedsunternehmen. Die Allianz setzt auf einen gemeinsamen Funkstandard für eine Art WLAN-Netzwerk für Hausgeräte. Dasselbe Ziel verfolgt das System Z-Wave, auf das 250 Hersteller setzen. Jeweils 300 Unternehmen vereinen die Allianzen EnOcean und KNX auf sich. Ähnlich unübersichtlich ist die Landschaft bei Protokollen für die Kommunikation über Strom- und Datenleitungen.

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