Stromspeicher
Deutschlands langer Weg zur Batterie

Im Hörgerät wiegen sie nicht einmal ein Gramm, auf Schiffen dagegen können sie Tonnen schwer sein: Batterien. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Energiewende. Deutschland hat dabei einiges aufzuholen.
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HannoverDer Legende zufolge versuchten die Schildbürger einst, Sonnenenergie mit Eimern zu schöpfen, in Flaschen zu füllen und damit ihr fensterloses Rathaus zu erhellen. Mitunter löst die Energiewende ähnliches Kopfschütteln aus. Da stehen etwa in der Nordsee die ersten Offshore-Windräder und müssen aus Rostschutzgründen mit Diesel laufen, da ihr Stromanschluss leider noch fehlt. Und die Bundesregierung glaubt weiter fest an eine Million Elektroautos hierzulande bis zum Jahr 2020. Dabei fehlen nicht nur entlang der Autobahnen praktisch überall noch die Ladestationen. Auch Haushalte ohne einen festen Parkplatz mit Stromanschluss fallen durchs Raster.

Dabei ist die Energiewende nicht nur ein politisches Thema. Sie ist für die Wirtschaftsmacht Deutschland von zentraler Bedeutung. Doch wer sich bei Experten genauer umhört, erlebt viele Zweifel. Da ist zum Beispiel das zentrale Thema Batterien. Ohne sie rollt kein E-Auto und auch das größte Problem der Erneuerbaren Energien - ihr Schwanken - lässt sich ohne intelligente Stromspeicher nicht abstellen. Batterien sind der vielleicht wichtigste Schlüssel für die grüne Wende.

Doch „Made in Germany“ hat dieses Feld stiefmütterlich behandelt. „Es hat lange gedauert, bis das Thema Elektrochemie in Deutschland wieder sexy war“, sagt Otmar Frey, Chef der Batteriesparte im ZVEI, dem Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Die Verbraucherelektronik blüht in Fernost - mit dem Ergebnis, dass Asien bei Akkus für Handys und Laptops das Tempo vorgibt. „Da haben wir auch keine Chance, das noch aufzuholen“, sagt Frey. Zu groß sei der Vorsprung bei den dort längst eingespielten Wertschöpfungsketten.

Und trotzdem: Deutschland soll 2020 Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität sein, so lautet zumindest das politische Ziel. Der Schub der Energiewende soll helfen, fern der Handy- und Laptop-Akkus beim Energiespeichern Boden gutzumachen. Immerhin steht Deutschland bei der EU-weiten Batterieproduktion laut ZVEI für knapp ein Drittel vom Jahresumsatz - keine so schlechte Basis also für das Thema. Und die Anfänge sind gemacht. Europas größter Autobauer Volkswagen etwa kauft seine Zellen für die jungen E-Varianten des Up und Golf nicht in Asien so wie beispielsweise der US-Konkurrent Tesla. Er baut sie selber in Braunschweig und die E-Motoren in Kassel - Heimspiel also.

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Technik ist noch viel zu teuer

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