Trotz hoher EEG-Umlage
Strompreise steigen nicht mehr so stark

Die deutschen Strompreise werden zwar immer noch nur von denen in Dänemark übertroffen, steigen aber trotz einer höheren Ökostrom-Umlage in diesem Jahr weniger stark an. Grund dafür ist ein höherer Wettbewerb.
  • 1

Der Anstieg der Strompreise in Deutschland hat sich trotz einer höheren Ökostrom-Umlage in diesem Jahr abgeschwächt. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren habe der deutliche Zuwachs bei der EEG-Umlage für die meisten Verbraucher nicht zu einer weiteren Preiserhöhung geführt, teilten Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn bei der Vorlage ihres Monitoringberichts zum deutschen Strom- und Gasmarkt mit. Grund dafür seien der Wettbewerb auf den Märkten und die gesunkenen Großhandelspreise.

Der Durchschnittspreis für Haushaltskunden stieg dem Bericht zufolge zum Stichtag 1. April im Vergleich zum Vorjahr in der Grundversorgung mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden um 1,3 Prozent auf 30,50 Cent pro Kilowattstunde. Im europäischen Vergleich werden die deutschen Strompreise für Haushaltskunden demnach nur von Dänemark übertroffen. Ursache dafür sind hohe Umlagen, Steuern und Abgaben.

Vor allem die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fällt dabei ins Gewicht. Mit ihr wird der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert. Die EEG-Umlage liegt derzeit bei 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Die vier größten Stromnetzbetreiber teilten aber Mitte Oktober mit, dass die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 2000 auf dann 6,17 Cent fallen soll.

Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg dem Bericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt in Deutschland weiter an. Auch der Netzausbau komme voran, könne mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien aber immer noch nicht Schritt halten, erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Die Wettbewerbsverhältnisse auf dem Strommarkt verbesserten sich nach Ansicht der Behörden. Der Marktanteil der vier größten Anbieter sei auf 67 Prozent gesunken, erklärte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. Sämtliche Kundengruppen nutzten vermehrt die Möglichkeit der freien Wahl ihres Stromanbieters. Mit der EEG-Novelle seien auch im Bereich der erneuerbaren Energien die Weichen für mehr Wettbewerb gestellt worden. "All diese Faktoren wirken sich für die Stromkunden preisdämpfend aus", erklärte Mundt.

Die Erdgasimporte stiegen im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr weiter an. Insbesondere die Direktimporte aus Russland durch die Ostsee-Pipeline hätten zugenommen, erklärte Netzagentur-Präsident Homann. Er hob zudem hervor, das Deutschland abhängig von Erdgasimporten bleibe. Für die Versorgungssicherheit mit Erdgas wirke es sich aber positiv aus, dass die Erdgasspeicher zu Beginn des Winters sehr gut gefüllt seien.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%