Koalitionsverhandlungen
Welche Partei hat am meisten herausgeholt?

Betrachtet man die Aufteilung am Kabinettstisch, hat eine Partei bei den Koalitionsgesprächen besonders gut verhandelt – und das auch nicht zum ersten Mal. Ungeschlagen auf diesem Gebiet ist nach wie vor aber die FDP.
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Inhaltlich lässt sich über diese Frage natürlich trefflich streiten. Doch wenn wir uns die Verteilung der Plätze am Kabinettstisch anschauen – sieben für die CDU, sechs für die SPD, drei für die CSU – dann ist die Sache klar: Die Christsozialen haben am besten verhandelt. Denn gemessen an der Zahl ihrer Ministersessel ist die bayerische Version der Union im Kabinett völlig überrepräsentiert.

Zwar hat die Partei nur jede neunte Stimme geholt, die bei der Wahl auf die Regierungspartner entfallen ist. Doch mit ihren drei Ministern stellt sie fast jedes fünfte Kabinettsmitglied. Der Bonus für die Bayern geht nicht auf Kosten der SPD, die umgerechnet genauso viele Posten bekommt, wie sie an Stimmen beigetragen hat. Nein, es trifft die große Schwester CDU: Die hat zwar mehr als die Hälfte der Koalitionsstimmen bekommen, ist mit 44 Prozent der Posten aber klar unterrepräsentiert. Sicher, der Posten der Kanzlerin wiegt schwerer als ein normaler Ministerrang. Aber andererseits ist das Kanzleramt ja auch doppelt am Tisch vertreten – durch den Kanzleramtsminister.

Ein Blick auf frühere Ergebnisse zeigt, dass sich die CSU schon immer gut darauf verstanden hat, sich ein Übergewicht zu verschaffen – vor allem dann, wenn es Schwarz-Gelb gab. Zwar hatte in solchen Koalitionen auch die FDP immer mehr Posten als ihr nach dem Wahlergebnis zustanden. Doch bei der CSU war der Überhang stets noch größer.

Den Rekord hält allerdings dann doch die FDP: Als sie sich nach der Wahl 1972 wieder mit der SPD verbündete, trug sie mit ihrem Wahlergebnis von 8,4 Prozent eigentlich nur ein Sechstel zum Gewicht der Koalition bei. Trotzdem bekam sie fast ein Drittel der Posten.

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